Menschen stehen in der chinesischen Hauptstadt Peking in der Schlange, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. | EPA

Corona-Pandemie in China Größter Ausbruch seit dem Frühjahr

Stand: 10.11.2022 10:17 Uhr

Die Zahl an Corona-Neuinfektionen steigt in China weiter rasant an - trotz Null-Covid-Politik. Besonders die Metropole Guangzhou ist betroffen. Ein Lockdown wäre ein weiterer Dämpfer für die Wirtschaft.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Trotz strikter Null-Covid-Politik: In China steigen die Corona-Zahlen weiter. Zuletzt wurden landesweit knapp 9000 Neuinfektionen registriert. Es ist der größte Ausbruch seit dem Frühjahr, als Shanghai zwei Monate im totalen Lockdown war.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Die mit Abstand meisten Fälle gibt es in Guangzhou, ganz im Süden des Landes. In der rund 15-Millionen-Einwohner-Stadt wurden zuletzt knapp 3000 Neuinfektionen festgestellt.

Millionen Menschen in mehreren Stadtteilen von Guangzhou dürfen bereits ihre Häuser nicht verlassen. Schulen, Fabriken und Läden sind geschlossen. Die Behörden haben Massentests angeordnet. Beobachter erwarten, dass die Wirtschaftsmetropole in einen stadtweiten Lockdown versetzt wird, sollten die Zahlen weiter steigen.

Steigende Zahlen auch in Peking

Größere Ausbrüche gibt es auch in der Hauptstadt Peking und der Millionenmetropole Chongqing, auch dort steigen die Corona-Zahlen.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Virus zu leben, hält die chinesische Staats- und Parteiführung nach wie vor an einer strikten Null-Covid-Strategie fest - mit harten Eindämmungsmaßnahmen bei kleinsten Ausbrüchen, unter anderem Kontaktnachverfolgung anhand von Mobilfunkdaten, Reiseverbote und Zwangsisolation.

Keine Lösung in Sicht

Der kommende Winter und hochübertragbare Omikron-Varianten machen die Viruskontrolle schwer wie nie. Die Wirtschaft nimmt zunehmend Schaden an den strikten Maßnahmen. Im Oktober sind die chinesischen Erzeugerpreise erstmals seit knapp zwei Jahren gesunken. Das Wachstum für dieses Jahr wird deutlich geringer ausfallen, als von der Staats- und Parteiführung prognostiziert.

Hoffnungen, die Maßnahmen könnten nach dem Parteitag im Oktober gelockert werden, haben sich weitgehend zerschlagen. Eine Exitstrategie aus der Null-Covid-Politik gibt es keine. Nach wie vor sind Millionen ältere Menschen nicht vollständig geimpft. Es wird befürchtet, dass das Gesundheitssystem zusammenbricht, sollte sich das Virus unkontrolliert verbreiten.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 10. November 2022 um 09:20 Uhr.