Die Aida Aura im Hafen von Haugesund in Südnorwegen. | Bildquelle: AP

Kreuzfahrtschiff in Norwegen Kein Coronavirus auf "Aida Aura"

Stand: 03.03.2020 16:30 Uhr

Die 1200 Passagiere auf der "Aida Aura" können aufatmen: Der Coronavirus-Verdacht bei zwei Deutschen hat sich nicht bestätigt - die Fahrt geht weiter. In Italien gibt es inzwischen mehr als 50 Tote.

Das Unternehmen Aida Cruises hat für das Kreuzfahrtschiff "Aida Aura" Entwarnung gegeben: Der Verdacht auf das neuartige Coronavirus bei zwei deutschen Passagieren an Bord hat sich nicht bestätigt. Die norwegischen Gesundheitsbehörden hätten am Nachmittag bestätigt, dass die vorsorglichen Tests keine Infektion ergeben hätten, teilte Aida Cruises mit. Das Schiff könne nun seine Reise fortsetzen.

Das Schiff mit rund 1200 Passagieren an Bord lag zuletzt im Hafen der Küstenstadt Haugesund, im Südwesten des Landes. Ein Arzt der Gemeinde hatte dem norwegischen Rundfunk NRK gesagt, beide Passagiere seien vor einer Woche in Kontakt mit einer Person gewesen, bei der das Virus festgestellt worden sei. Diese Person befinde sich aber nicht an Bord. Die beiden Passagiere hätten keine Symptome gezeigt. Das Schiff hätte eigentlich am Montag Richtung Bodö aufbrechen sollen.

"Das Geschehen verlagert sich weg von China"

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurde das Virus weltweit inzwischen bei etwa 90.900 Menschen in 73 Ländern nachgewiesen. Allein China habe nach offiziellen Angaben 80.280 Infizierte. "Das Geschehen verlagert sich etwas weg von China, und der Rest der Welt wird vermehrt betroffen", sagte Vizepräsident Lars Schaade. Seit Montag seien in China offiziell 115 Fälle hinzugekommen, in den restlichen 72 Ländern 1700 Fälle. Es handele sich weiterhin um eine dynamische und ernstzunehmende Situation.

Außerhalb Chinas, wo das Virus ausbrach, sind vor allem der Iran und Südkorea betroffen. Die Gesundheitsbehörden in Südkorea meldeten am Montag 600 neu nachgewiesene Infektionen. Heute kamen laut der Nachrichtenagentur Reuters 374 Fälle hinzu. Die Gesamtzahl habe damit 5186 erreicht. Die Zahl der Toten, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, lag am Montag bei 28.

Die vom Büro des obersten iranischen Führers veröffentlichte Aufnahme zeigt den obersten Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei. | Bildquelle: dpa
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Der oberste iranische Führer, Khamenei, setzt die Armee gegen das Coronavirus ein.

Der Iran hob die Zahl der Todesopfer auf 77 und die Zahl der Infektionen auf 2336 an. Der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei wies nun das Militär an, dem Gesundheitsministerium zu helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. "Was auch immer der Öffentlichkeit hilft und die Ausbreitung der Krankheit verhindert, ist gut, und was bei ihrer Ausbreitung hilft, ist eine Sünde", sagte Khamenei.

Mehr als 50 Tote in Italien

In Europa hat Italien am meisten mit der Coronavirus-Epidemie zu kämpfen. Hier stieg die Zahl der Infizierten auf mehr als 2000. 52 Erkrankte sind an dem Virus gestorben, wie der Zivilschutz in Rom mitteilte.

Die Lombardei als eines der am härtesten betroffenen Gebiete - 1254 von den insgesamt 2036 positiven Fällen im Land wurden hier registriert, - stößt in der medizinischen Intensivversorgung der Erkrankten an ihre Grenzen. Die Behörden haben Ärzte aus dem Ruhestand zurück in den Dienst geholt und die Abschlussprüfungen für Krankenschwestern und -pfleger vorgezogen.

Aktuell werden 127 Menschen auf einer Intensivstation behandelt, für Viruspatienten stehen aber lediglich 140 Isolationsräume zur Verfügung. Um mehr Patienten versorgen zu können, sollen nun Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt werden. Diese könnten in jedem auf Atemhilfe ausgerichteten Krankenhaus zum Einsatz kommen, sagte der oberste Gesundheitschef der Lombardei, Giulio Gallera.

EU aktiviert Krisenmodus

Die EU hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Krisenmodus - die sogenannte integrierte politische Krisenreaktion (IPCR) - aktiviert, um schneller Entscheidungen treffen zu können. Zudem können auch Drittstaaten wie Großbritannien oder Akteure wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) leichter eingebunden werden. In einer Vorstufe sieht der Krisenmodus zunächst einen stärkeren Informationsaustausch vor. Dazu gibt es eine spezielle Internetplattform.

Die integrierte politische Krisenreaktion war 2013 beschlossen worden und eine Reaktion auf die Terroranschläge vom September 2011. Die EU wollte damit in Krisensituationen handlungsfähiger werden. Erstmals vollständig aktiviert wurde der Krisenmodus im Jahr 2015 auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise. 

Schweden testet Schnelltest für Corona-Verdachtsfälle
ARD Morgenmagazin, 03.03.2020, Tim Diekmann, SWR

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Auch in den USA erhöhte sich die Opferzahl: Die Behörden meldeten sechs Todesfälle, alle aus Pflegeheimen im US-Bundesstaat Washington nahe der Metropole Seattle. Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge wurden mittlerweile 43 Menschen positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 gestestet. Laut Medienberichten sollen es allerdings deutlich mehr sein.

Home-Office bei Twitter und Google

Die US-Technologiekonzerne Google und Twitter riefen Mitarbeiter auf, von zu Hause aus zu arbeiten. Bei Google darf heute sicherheitshalber keiner der 8000 Beschäftigten am europäischen Hauptsitz in Dublin ins Büro. Dort hatte ein Kollege grippeähnliche Symptome gemeldet. Twitter ordnete Heimarbeit für alle Mitarbeiter in Hongkong, Japan und Südkorea an. Zudem werde das Home-Office für alle Beschäftigten weltweit empfohlen, wenn dies irgendwie möglich sei. Interne Besprechungen und wichtige Aufgaben sollen für den Internetzugang optimiert werden, kündigte das Unternehmen an.

Der deutsche Anbieter von Videokonferenz- und Fernwartungs-Software Teamviewer verzeichnet unterdessen einen Boom, vor allem in China. "Die momentane Intensität der Telearbeit in China zeigt sich in einer Verdreifachung der täglichen regionalen Teamviewer-Verbindungen seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie", hieß es von der Firma.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. März 2020 um 10:15 Uhr.

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