Eine Bahnhofsangestellte trägt einen Mundschutz und eine Schutzbrille, während sie darauf wartet, die Fahrkarten der Passagiere am Bahnhof von Peking zu kontrollieren.  | Bildquelle: dpa

Lungenkrankheit in China 66.000 bestätigte Coronavirus-Fälle

Stand: 15.02.2020 09:45 Uhr

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Neuerkrankungen steigt weiter - wenn auch weniger schnell als zuletzt. Peking verschärft seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit dennoch.

Die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus steigt weiter: Chinas Gesundheitskommission bestätigte 143 neue Todesfälle. Damit sind nun insgesamt 1523 Tote auf dem chinesischen Festland registriert worden. Die Zahl der neu nachgewiesenen Erkrankungen stieg um 2641 auf 66.492 Fälle. 

Noch am Vortag war von mehr als 5000 neuen Infektionsfällen die Rede. Das hing aber auch mit der Anpassung der Zählmethode in der besonders betroffenen Provinz Hubei zusammen. In der Statistik werden dort nun auch Infektionen anhand der ärztlichen Diagnose erfasst, ehe sie durch Labortests bestätigt sind.

Maßnahmen verschärft

Im Rest der Welt sind bislang etwa 600 Erkrankungen bestätigt worden - zuletzt auch der erste Fall in Afrika. Das ägyptische Gesundheitsministerium nannte bisher noch keine Hintergründe zu dem Fall in Kairo, es soll sich aber um eine ausländische Person handeln. Ein mögliche Ausbreitung in Afrika macht den Experten besonders große Sorgen. Ein Ausbruch in Länder mit einem schlechten Gesundheitssystem ist besonders schwer zu kontrollieren.

In Chinas Hauptstadt Peking wurden inzwischen die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit verschärft. Menschen, die nach Peking zurückkehren, sollen sich für 14 Tage entweder zu Hause oder in speziellen Zentren unter Quarantäne stellen, wie es in einer behördlichen Mitteilung hieß. Es wurden rechtliche Konsequenzen für diejenigen angedroht, die sich nicht an die Vorgabe halten.

US-Amerikaner werden ausgeflogen

Gute Nachrichten gibt es - zumindest für einige - der Passagiere von Kreuzfahrtschiffen, die ihre Schiffe bislang nicht verlassen durften. Von dem vom Virus betroffenen Riesen-Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" durften erste Passagiere an Land.

Die japanische Regierung erlaubte das Verlassen des Schiffes allerdings nur schwachen oder älteren Passagieren über 80 Jahren, die negativ getestet wurden. Auf dem Schiff sind 218 Menschen erkrankt. Insgesamt sitzen etwa 3500 Menschen an Bord fest. Die USA wollen nun amerikanische Bürger und deren Familien abholen. Rund 380 Personen sollen mit zwei Evakuierungsflügen Japan verlassen dürfen, berichtet das "Wall Street Journal".

Auch das Kreuzfahrtschiff "Aidavita" der Rostocker Reederei Aida Cruises hat in der thailändischen Hafenstadt Laem Chabang südlich von Bangkok festgemacht. Bereits gestern durften die Passagiere des US-Kreuzfahrtschiffs "Westerdam" nach tagelanger Irrfahrt im kambodschanischen Hafen Sihanoukville an Land gehen.  

Wissenschaftskongress zum Coronavirus
Arthur Landwehr, ARD Washington
15.02.2020 10:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Februar 2020 um 08:00 Uhr.

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