Eine Hand mit blauem Handschuh hält eine Spritze mit einem Impfstoff | picture alliance / Pressebildage
Hintergrund

BioNTech und Moderna Corona-Impfstoffe im Vergleich

Stand: 08.01.2021 12:51 Uhr

Nach der EU-Zulassung sollen in Deutschland in diesem Jahr 50 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs von Moderna verimpft werden. Es ist nach BioNTech das zweite in der EU zugelassene Vakzin. Die Impfstoffe wirken unterschiedlich.

Von Ralph Sina, ARD-Studio Brüssel

In der Gruppe der über 65-Jährigen erzielt nach den Daten der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA eindeutig BioNTech den besseren Impf-Erfolg. Die Wirksamkeit beträgt mehr als 94 Prozent. Beim Moderna-Impfstoff sind es 86,4 Prozent.

Ralph Sina ARD-Studio Brüssel

Bei den 18- bis 64-Jährigen hingegen bietet das Vakzin von Moderna einen leicht besseren Schutz als das bereits zugelassene Produkt von BioNTech: 96 Prozent Impfschutz gegenüber 95 Prozent von BioNTech, heißt es im Bericht der FDA.

Unterschiede auch bei Nebenwirkungen und Anwendung

Mit Blick auf die Nebenwirkungen schneidet BioNTech laut FDA deutlich besser ab: Die mit Moderna-Geimpften klagten häufiger über Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Muskel-und Gelenkschmerzen und Fieber.

Das Mindestalter für die Impfung mit BioNTech liegt bei 16, bei Moderna bei 18 Jahren. Mobile Impftrupps können den BioNTech/Pfizer-Impfstoff fünf Tage im Kühlschrank lagern. Der Moderna-Impfstoff bedarf keiner ultratiefen Kühlung. Er hält sich bis zu zwölf Stunden bei Raumtemperatur und 30 Tage im Kühlschrank.

Impfstoff für die EU nur aus europäischer Produktion

Die EU-Kommission hat ganz bewusst nur so viel Impfstoff bei Moderna geordert, wie der US-Konzern in Europa produzieren kann. Und zwar aus Sorge davor, dass Trump die US-Wahl gewinnen und den von den USA finanzierten Impfstoff zurückhalten könnte, sagte ein Kommissionsinsider dem ARD-Studio Brüssel. 160 Millionen Impfdosen hat die Kommission im vergangenen Jahr bei Moderna geordert. Produziert werden die Ampullen in dessen Werk in Spanien und von einer Zulieferfirma in der Schweiz.

Wann der Impfstoff in Deutschland zur Verfügung steht und in welchen Mengen, darüber schweigen sowohl das US-Unternehmen wie auch die Kommission in Brüssel. Fest steht nur, dass die EU-Kommission pro Kopf der Bevölkerung dreimal so viel Moderna-Impfstoff bestellt hat wie Großbritannien. Und zu einem günstigeren Preis. Der liegt mit 18 US-Dollar rund 30 Prozent über dem des Konkurrenten BioNTech/Pfizer. Allerdings ist der Moderna-Impfstoff leichter einzusetzen, weil er keiner so starken Kühlung bedarf wie das BioNTech-Vakzin aus Mainz.

Anmerkung: Die Angaben zur Wirksamkeit waren zunächst ungenau. Wir haben den Absatz korrigiert.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Januar 2021 um 09:40 Uhr.