Xi Jinping | Bildquelle: dpa

Erstmals seit Corona-Ausbruch Xi besucht Epidemie-Epizentrum Wuhan

Stand: 10.03.2020 08:47 Uhr

Es soll wohl ein Zeichen dafür sein, dass China die Coronavirus-Epidemie unter Kontrolle zu haben glaubt: Regierungschef Xi ist nach Wuhan gereist - erstmals seit Beginn des Ausbruchs. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen sank erneut.

Überraschungsbesuch in Wuhan: Erstmals seit Ausbruch der Coronavirus-Epidemie ist Chinas Regierungschef Xi Jinping in die Millionenmetropole gereist. Dort war der Erreger erstmals aufgetreten. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, Xi sei mit dem Flugzeug eingetroffen und wolle in Wuhan Krankenpfleger und Ärzte, Patienten, Anwohner und Angehörige von Militär und Polizei treffen.

Der Besuch wird als ein Anzeichen dafür gedeutet, dass die chinesische Regierung glaubt, die Epidemie unter Kontrolle gebracht zu haben: Jetzt, wo sich die Situation etwas entspannt, wird Präsident Xi eingeflogen. Anfang Februar - zum Höhepunkt der Corona-Krise - war er eine Woche lang ganz aus den Staatsmedien verschwunden. Für China ist das ein höchst ungewöhnlicher Vorgang.

Chinas Regierungschef Xi besucht erstmals Wuhan
tagesschau 20:00 Uhr, 10.03.2020, Daniel Satra, ARD Peking

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Kritik am System

Die Veröffentlichung einer seinen Reden hatte belegt, dass Chinas Parteispitze bereits Anfang Januar von der möglichen Bedrohung durch das neuartige Coronavirus gewusst hatte. Danach hatte es zwei Wochen gedauert, bis sich Xi erstmals öffentlich dazu äußerte.

Kritische Intellektuelle hatten daher schwere Vorwürfe gegen das System erhoben. Pekings repressive Politik gegenüber Zivilgesellschaft und Meinungsfreiheit habe eine Krise in diesem Ausmaß erst möglich gemacht. Der Bürgerrechtler Xu Zhiyong hatte Xi als ahnungslos bezeichnet. Daraufhin wurde er Mitte Februar festgenommen. Ihm drohen jetzt 15 Jahre Haft.

Offiziell niedrige Zahl von Neuinfektionen

Im Kampf gegen den Erreger, der Anfang Dezember auf einem Wildtiermarkt der Elf-Millionen-Stadt Wuhan auf den Menschen übertragen worden sein soll und sich von dort in ganz China und schließlich weltweit ausbreitete, hatten chinesische Behörden drakonische Maßnahmen ergriffen. So wurde die gesamte Provinz Hubei mit ihren rund 56 Millionen Einwohnern weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt.

Das rigorose Vorgehen scheint Wirkung gezeigt zu haben, denn die Zahlen zeigen schon seit einiger Zeit einen Abwärtstrend. Zuletzt wurden aus ganz China lediglich 19 bestätigte Neuinfektionen gemeldet, 17 weitere Menschen seien an der Folgen der Infektion gestorben. Aus Regierungskreisen wurde Ende vergangener Woche angedeutet, dass die Abschottung der Provinz schon bald beendet sein könnte. Auch wurden die meisten der nach Ausbruch des Erregers in Wuhan eingerichteten 16 provisorischen Krankenhäuser laut Xinhua inzwischen wieder geschlossen.

Leere Straßen in Wuhan, China | Bildquelle: AFP
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Die Millionenmetropole Wuhan gleicht in diesen Tagen einer Geisterstadt.

Misstrauen gegenüber offizieller Statistik

Insgesamt steckten sich in China nach offizieller Statistik knapp 81.000 Menschen mit dem Sars-CoV-2-Virus an, 3136 starben den Angaben zufolge daran. Experten gehen aber weiter von einer hohen Dunkelziffer aus. Kritik gab es immer wieder an einer Änderung der Zählweise, die Mitte Februar zu einer spürbaren Reduktion der Infektionen und Todesfälle in den offiziellen Statistiken führte.

So werden Medienberichten zufolge etwa Menschen, die nachweislich infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, nicht mehr bei neu nachgewiesenen Ansteckungen mitgerechnet, sondern anderweitig aufgeführt. Solche Personen können dennoch ansteckend sein.

Auch klinische Diagnosen werden offenbar ausgenommen. Dabei stellt der Arzt nur anhand der Symptome oder Vorgeschichte des Patienten die Infektion fest, ohne dass ein DNA-Test gemacht wurde.

Nahrungsmittelpreise schnellen in die Höhe

Unterdessen veröffentlichte das chinesische Statistikamt neue Informationen zu den Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie und der drastischen Maßnahmen: So stiegen die Nahrungsmittelpreise im Land im Februar um 21,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit kletterte der Index für die Verbraucherpreise (CPI) im Februar um 5,2 Prozent im Vergleich zu Februar 2019. Der Wert hatte schon im Januar um 5,4 Prozent zugelegt.

Beschränkungen im Transportsystem sowie die Schließung von Geschäften hätten die Versorgung unterbrochen, während die Nachfrage durch Hamsterkäufe gestiegen sei, erklärte das Statistikamt nach Angaben von Xinhua den starken Anstieg des Nahrungsmittelpreise.

Mit Informationen von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Chinas Staatschef Xi erstmals seit Corona-Ausbruch in Wuhan
Axel Dorloff, ARD Peking
10.03.2020 07:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. März 2020 um 08:00 Uhr.

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