Die Präsidentin der Welthungerhilfe Marlehn Thieme stellt in Berlin den Jahresbericht 2019 vor. | Bildquelle: dpa

Jahresbericht der Welthungerhilfe Corona stürzt Entwicklungsländer ins Elend

Stand: 07.07.2020 19:38 Uhr

Corona trifft vor allem die Armen der Ärmsten - davor warnt die Welthungerhilfe. Die Pandemie wirke wie ein Brandbeschleuniger für bestehende Krisen. Eine Milliarde Menschen seien von Hunger bedroht.

Die Welthungerhilfe hat davor gewarnt, dass die Zahl der Hungernden in der Welt als Folge der Corona-Pandemie auf eine Milliarde ansteigen könnte. Die Infektionswellen verstärkten die Auswirkungen von Klimawandel und Kriegen als größte "Hungertreiber", warnte die Organisation bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2019 in Berlin.

Nötig seien schnelle Nothilfe, aber auch verstärkte Investitionen in Landwirtschaft und bestehende Hilfsprojekte. Gewarnt wird vor dem Aufbau von Parallelstrukturen, die später zusammenbrechen könnten.

Bericht der Welthungerhilfe: Afrika und die Folgen von Corona
tagesschau 12:00 Uhr, 07.07.2020, Ole Hilgert, RBB

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Gesundheitssysteme sind überfordert

"Jetzt schlägt die Pandemie in den Ländern des Südens mit voller Wucht zu. Viele Menschen erkranken an Covid-19, viele verlieren ihre Arbeit, die Wirtschaft bricht dramatisch ein, Nahrungsmittelpreise steigen und Gesundheitssysteme sind überfordert", erklärte Marlehn Thieme, Präsidentin der Organisation.

"Internationale Solidarität ist jetzt wichtiger denn je. Wir brauchen mehr langfristige Unterstützung für die Anstrengungen der Menschen im Süden." Sie sprach von "horrenden Zahlen" und verwies auf Erwartungen der Weltbank, wonach bis Ende des Jahres 70 bis 100 Millionen Menschen in extreme Armut gedrängt werden könnten.

Eine Milliarde Menschen von Hunger bedroht

Außerdem drohe ein Einbruch von Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Zahl der vom Hungertod bedrohten Menschen könne sich bis Ende des Jahres auf 270 Millionen Menschen verdoppeln, sagte Thieme.

Sie warnte vor diesem Hintergrund davor, einen "Lockdown" - weitgehende Einschränkungen für das öffentliche Leben und damit auch wirtschaftliche Aktivitäten - als Allheilmittel zu betrachten und Kollateralschäden zu unterschätzen.

"Die Corona-Pandemie funktioniert wie ein Brandbeschleuniger für ohnehin schon bestehende Krisen. In der Folge droht die Zahl der Hungernden auch aufgrund des Klimawandels und der weltweiten Kriege auf eine Milliarde zu steigen", so Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe.

Zahl der Krisen könnte ungeahntes Ausmaß annehmen

Die Vielzahl der Krisen könnte ein Ausmaß annehmen, wie die Welt es bisher noch nie erlebt habe. Afrika südlich der Sahara werde darunter besonders leiden. Mogge sagte, oft sei zu hören: "Wir werden eher an Hunger sterben als an Corona." Er nannte als Beispiel die Lage in Simbabwe, wo sich die Zahl von Menschen in extremer Armut auf sechs Millionen Menschen verdoppelt habe.

Die Summe der sogenannten Rücküberweisungen - mit denen Migranten ihre Familie in der Heimat mit Geld unterstützen - sei von 40 Millionen auf 20 Millionen Euro gesunken. In anderen Staaten sei das ganze Ernährungssystem akut gefährdet: Es fehle Saatgut, Felder würden nicht bestellt, Kredite nicht mehr bedient.

Im Jahr 2019 standen der Welthungerhilfe nach eigenen Angaben 249,7 Millionen Euro im Kampf gegen Hunger und Armut zur Verfügung. Die Spendeneinnahmen lagen demnach bei 56,6 Millionen Euro - ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Hunger und Corona - Jahresbericht der Welthungerhilfe
Siegrid Hoff, ARD Berlin
07.07.2020 20:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Juli 2020 um 20.30 Uhr.

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