Mitarbeiter der vietnamesischen Gesundheitsbehörden messen die Temperatur von Bewohnern der Stadt Da Nang. | Bildquelle: REUTERS

Corona-Pandemie Asien kämpft gegen die zweite Welle

Stand: 27.07.2020 16:23 Uhr

In mehreren Regionen Asiens steigen die Infektionszahlen wieder: In Hongkong ist die Lage laut Regierung "außerordentlich ernst", Vietnam lässt 80.000 Menschen aus der Stadt Da Nang ausfliegen. Und auch China verhängt neue Maßnahmen.

In Asien kämpfen mehrere Länder und Regionen mit neuen Maßnahmen gegen eine zweite Welle von Corona-Infektionen. In Vietnam lassen die Behörden 80.000 Menschen aus der Küstenstadt Da Nang ausfliegen, nachdem neue Fälle in der Millionenmetropole bekannt wurden. Von der Maßnahme betroffen sind laut staatlichen Medien vor allem inländische Touristen. Auch öffentliche Veranstaltungen, Feste und religiöse Zusammenkünfte wurden in der Stadt wieder verboten. Der Flughafen ist zunächst für alle internationalen Verbindungen geschlossen.

Zuvor hatte das Land fast 100 Tage lang keine lokale Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Nun seien es seit dem Wochenende aber bereits elf, teilte das Gesundheitsministerium mit. Der erste Fall war am Samstag bekannt geworden. Es gebe Befürchtungen, dass die Zahl der Neuansteckungen in Da Nang in den kommenden Tagen noch erheblich steigen könnte.

Vietnam war wegen strenger Maßnahmen bisher sehr erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie: Bislang wurden 431 Corona-Fälle bestätigt und keine Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Hongkong verschärft Maskenpflicht

Auch Hongkong verschärft angesichts der bislang schlimmsten Infektionswelle die Beschränkungen weiter. Von Mittwoch an sind Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen in der chinesischen Sonderverwaltungszone verboten, wie die Stadtregierung mitteilte. Zudem darf in Restaurants nicht mehr gegessen werden. Binnen 24 Stunden gab es in der Metropole mit rund 7,4 Millionen Einwohnern 145 neue Corona-Fälle und zwei Tote. Der stellvertretende Regierungschef Matthew Cheung sagte, die Lage sei "außerordentlich ernst".

Die neuen Maßnahmen sollen zunächst eine Woche lang gelten. Sie sehen auch das Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit - egal ob drinnen oder draußen - sowie die Schließung von Sportstätten und Schwimmbädern vor. Zuvor waren Schulen und Kindergärten eine Woche vor dem eigentlichen Beginn der Sommerferien wieder geschlossen worden.

Von Januar bis Anfang Juli wurden in Hongkong insgesamt nur etwas mehr als 1000 Fälle verzeichnet. Seitdem ist die Zahl der gemeldeten Fälle jedoch auf nun mehr als 2700 gestiegen. Seit einigen Tagen gibt es erstmals Zuwächse im dreistelligen Bereich bei den Neuinfektionen.

China: Höchster Anstieg seit April

Und auch Festlandchina sieht sich mit dem stärksten Anstieg der Fallzahlen seit Monaten konfrontiert. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 61 Infektionen verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde mitteilte - der höchste Wert seit April. Die Entwicklung ist vor allem auf das Geschehen in zwei Regionen zurückzuführen: In der nordwestlichen Region Xinjiang wurden demnach 41 Neuinfektionen gemeldet. Mitte Juli war dort in der Regionalhauptstadt Urumqi ein neuer Infektionsherd aufgetreten. 14 weitere Fälle wurden aus der nordöstlichen Region Liaoning gemeldet, die meisten davon in der Hafenstadt Dalian.

Die Behörden ordneten Massentests für Hunderttausende Bewohner von Dalian an. Auch in Urumqi wurden am Sonntag reihenweise Bewohner auf das Coronavirus getestet, wie die staatliche Zeitung "Global Times" berichtete. Für einige Viertel der beiden Städte wurden Lockdowns verhängt.

Mehr als 100.000 Fälle in Indonesien

In Indonesien stieg die Zahl der Infektionen unterdessen auf mehr als 100.000. Das Rote Kreuz warnte, dass die Corona-Krise im viertbevölkerungsreichsten Land der Welt "außer Kontrolle geraten" könnte. "Die heute erreichten 100.000 Fälle sollten ein Alarmzeichen für die Regierung sein, dass sie den Umgang mit der Pandemie ernster nehmen muss", sagte Halik Malik, Sprecher des indonesischen Ärzteverbands.

Die Regierung steht wegen ihres Umgangs mit der Corona-Krise in der Kritik. Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, hatte sie im Juli die Corona-Beschränkungen gelockert. Restaurants, Einkaufszentren und Sehenswürdigkeiten öffneten wieder, die Menschen kehrten in die Büros zurück. In der Folge stieg die Zahl der Neuinfektionen auf rund 1000 pro Tag.

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