Mitglieder der militärischen Notfalleinheit am Flughafen in Barcelona | Bildquelle: AFP

Corona-Infektionen in Spanien Armee hilft im Kampf gegen Pandemie

Stand: 25.08.2020 15:23 Uhr

Spanien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Weil Personal fehlt, können Infektionsketten nur schwer nachverfolgt werden. Dabei sollen jetzt 2000 Soldaten helfen.

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen will die spanische Regierung auch die Armee im Kampf gegen die Pandemie einsetzen. "Die spanische Regierung stellt den Regionen Kräfte der Armee zur Verfügung", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Fernsehansprache.

Rund 2000 Soldaten sollen demnach bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zum Einsatz kommen. Damit reagiert die Regierung auf Klagen über Personalmangel im Kampf gegen die Corona-Pandemie in den am schwersten betroffenen Regionen.

Verhängung des Notstands ist möglich

Für die Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus sind die spanischen Regionen zuständig. Sie entscheiden daher über einen Einsatz von Soldaten.

Sánchez betonte, dass die Regionalregierungen die Zentralregierung außerdem um die Verhängung eines Notstands über ihr gesamtes Gebiet oder Teile davon bitten könnten. Auf dieser Grundlage könnte die Bewegungsfreiheit der Bürger eingeschränkt werden.

Der Regierungschef rief außerdem die Regionalregierungen auf, dafür zu sorgen, dass die spanische Corona-Warn-App überall funktioniert. Bisher sei sie nur in sieben der 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften des Landes voll in Betrieb.

Über 400.000 nachgewiesene Infektionen

Spanien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas. Vor elf Tagen stufte die Bundesregierung das gesamte spanische Festland und die Balearen-Inseln wie Mallorca und Ibiza als Corona-Risikogebiet ein. Unmittelbar darauf folgte die offizielle Reisewarnung durch das Auswärtige Amt.

Am Montag überschritt das Land die Schwelle von 400.000 nachgewiesenen Infektionen, mehr als 28.800 Infizierte starben bislang insgesamt. Die derzeit am schwersten betroffenen Regionen sind Madrid, Aragón und Katalonien.

Regierungschef Sánchez sagte in seiner Ansprache, das aktuelle Infektionsgeschehen sei besorgniserregend, aber weit entfernt von der Lage Mitte März. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Pandemie wieder die Kontrolle über unser Leben übernimmt", sagte Sánchez. Vielmehr müssten die Spanier "die Kontrolle übernehmen, diese zweite Kurve zu brechen".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2020 um 16:00 Uhr.

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