Kellner arbeiten in einer Bar auf Mallorca. | picture alliance/dpa

Neue Virusvariante Omikron erreicht nun auch Mallorca

Stand: 02.12.2021 18:19 Uhr

Die Omikron-Variante ist auf der Urlaubsinsel Mallorca festgestellt worden. Laut der EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC könnte die Corona-Variante in Europa bald dominieren. Auch in Afrika wächst diese Sorge.

Auf der Urlaubsinsel Mallorca ist ein erster Fall der neuen Virusvariante Omikron nachgewiesen worden. Die Mutation des Coronavirus sei bei einer 20-jährigen Schweizerin festgestellt worden, die von Südafrika über Frankfurt am Main auf die Insel gereist sei, berichtete die "Mallorca-Zeitung".

In Deutschland sei ein Corona-Test der vollständig geimpften Reisenden noch negativ ausgefallen, bei einem weiteren Test auf Mallorca dann aber positiv. Mit ihrem Begleiter, dessen Test negativ gewesen sei, müsse die Frau nun zwei Wochen in Quarantäne. Auf dem spanischen Festland waren schon in den vergangenen Tagen zuvor mehrere Omikron-Fälle registriert worden.

EU-Behörde: Omikron auf dem Vormarsch

Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC rechnet damit, dass Omikron in ein paar Monaten zur vorherrschenden Corona-Variante in Europa werden könnte. "Auf Grundlage der mathematischen Modellrechnungen der ECDC gibt es Hinweise, dass Omikron binnen weniger Monate mehr als die Hälfte aller Sars-CoV-2-Infektionen in der EU/im Europäischen Wirtschaftsraum verursachen könnte", heißt es in einem Bericht der EU-Behörde zur Einschätzung der Bedrohungslage. Derzeit herrscht die Delta-Variante in Europa vor.

Südafrikanische Wissenschaftler hatten die neue Corona-Variante vor einer Woche erstmals nachgewiesen. Sie weist bisher 32 Mutationen auf, sodass zu befürchten ist, dass sie leichter übertragbar ist.

Überstandene Infektion wohl kein Schutz vor Omikron

Fast 80 Prozent aller DNA-sequenzierten Corona-Testergebnisse in Südafrika zeigten eine Infektion mit der Omikron-Variante an, sagte Anne von Gottberg, Mikrobiologin am Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten in Johannesburg. "Es sieht daher so aus, als ob Omikron im Land vorherrscht." Zudem deuteten erste Analysen darauf hin, dass die Anzahl der Reinfektionen in Südafrika ansteige. "Wir schließen daraus, dass die Bevölkerung anfälliger für Omikron als Delta sein könnte", so Gottberg.

Nach vorläufigen Einschätzung schütze eine überstandene Corona-Infektion nicht vor einer Infektion mit der neuen Omikron-Variante, so Gottberg. Die Frage werde weiter erforscht. Es gebe allerdings Anzeichen, dass der Krankheitsverlauf bei Omikron weniger schwerwiegend sei, wenn es sich um eine Reinfektion handele oder der Patient geimpft sei.

Fälle auch in Norwegen, Frankreich und Indien

Aus immer mehr Ländern werden Omikron-Infektionen gemeldet. So infizierten sich in der norwegischen Hauptstadt Oslo mindestens 50 Menschen mit der Coronavirus-Variante. Laut Stadtverwaltung gingen die Fälle auf die Weihnachtsfeier eines Unternehmens in einem Restaurant zurück. Mit weiteren Infektionen werde gerechnet.

Frankreichs Gesundheitsbehörden meldeten den ersten bestätigten Fall auf dem französischen Festland. Die regionale Behörde Île-de-France teilte mit, dass ein zwischen 50 und 60 Jahre alter Mann aus Paris nach der Rückkehr von einer Reise nach Nigeria positiv getestet worden sei.

In Indien wurden zwei Infektionsfälle mit der Omikron-Variante entdeckt. Infiziert haben sich zwei ausländische Männer im südlichen Bundesstaat Karnataka, wie Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums mitteilten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Dezember 2021 um 13:00 Uhr.