Menschen gehen zum Coronatestcenter am Amsterdamer Flughafen | Bildquelle: ROBIN VAN LONKHUIJSEN/EPA-EFE/Sh

Niederlande und Belgien Zum zweiten Mal mit Corona infiziert

Stand: 25.08.2020 18:02 Uhr

Menschen in Belgien und den Niederlanden haben sich ein zweites Mal mit Sars-CoV-2 infiziert. Forscher berichten von einem Virus mit veränderter genetischer Variante. Zuvor war ein Fall in Hongkong bekannt geworden.

In Belgien und den Niederlanden haben sich bereits genesene Patienten erneut mit dem Corona-Virus angesteckt. Das berichtete der niederländische Rundfunksender NOS und verwies auf die Aussagen von Forschern in beiden Ländern.

Virus hatte sich genetisch verändert

Bei dem niederländischen Patienten handelt es sich um eine ältere Person mit einem geschwächten Immunsystem. In Belgien erkrankte eine Patientin nach drei Monaten erneut, zeigte aber milde Symptome. Sie habe bei der ersten Infektion offensichtlich nicht genügend Antikörper bilden können, um eine zweite Erkrankung zu vermeiden, sagt der belgische Virologe Marc Van Ranst, der an der katholischen Universität in Leuven lehrt.

Ranst sagte, es sei unklar, wie viele Menschen es gebe, die sich nach sechs oder sieben Monaten erneut ansteckten und betonte: "Das sind keine guten Nachrichten."

Tags zuvor war ein solcher Fall aus Hongkong bekannt geworden. Ein 33-jähriger It-Spezialist, der bereits im April an Covid-19 erkrankt und wieder genesen war, wurde ein zweites Mal positiv getestet.

Kein "Wiederaufflammen" der ersten Infektion

Nach Ansicht verschiedener Ärzte kann es sich nicht um ein "Wiederaufflammen" der ersten Infektion handeln, da bei allen drei Patienten beim zweiten Mal ein Virus Sars-CoV-2 mit einer veränderten genetischen Variante gefunden wurde.

Nach Ansicht von Isabella Eckerle, Leiterin des Zentrums für Viruserkrankungen an der Universität Genf, kommen die Neuinfektionen nicht überaschend. "Wir wissen es von anderen respiratorischen Viren wie Erkältungsviren, dass sie unser Immunsystem immer wieder überlisten und wir uns immer wieder infizieren können."

So sieht es auch der Leiter der medizinischen Virologie der Universität Gießen, John Ziebuhr: "Es ist bekannt, dass die Immunität im Nasen- und Rachenbereich nicht besonders langlebig ist", sagt er.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. August 2020 um 10:00 Uhr.

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