Eine Medizinstudentin zieht im Zentralen Impfzentrum in Tübingen den Impfstoff von Pfizer-BioNTech auf.  | Bildquelle: dpa

Neue Corona-Variante BioNTech-Impfstoff wirksam gegen Mutation

Stand: 08.01.2021 08:42 Uhr

Laut einer Studie soll der BioNTech-Impfstoff auch gegen die Coronavirus-Mutation schützen, die in Großbritannien grassiert. Sie gilt als besonders ansteckend. Das Vakzin sei auch gegen 15 weitere Varianten wirksam, erklären Forscher.

Der von BioNTech und Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff schützt laut einer neuen Studie auch vor einer in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Mutation des Virus. Das geht aus einer Laborstudie hervor, die Forscher von Pfizer und der University of Texas durchführten.

Die in Großbritannien und Südafrika erstmals entdeckten Varianten des Virus zeichnen sich durch eine Mutation aus, die den Impfstoff in der Untersuchung nicht blockierte. Die Studie wurde für Forscher im Internet veröffentlicht und noch nicht von Experten überprüft.

Blutproben von 20 Personen

Bei der Mutation namens N501Y handelt es sich um eine leichte Veränderung an einer Stelle des Spike-Proteins auf der Oberfläche des Virus. Diese Veränderung gilt als Grund dafür, dass die beiden Varianten sich so schnell ausbreiten können. Die meisten Impfstoffe, die auf der Welt ausgerollt werden, bringen dem Körper der Geimpften bei, das Spike-Protein zu erkennen und zu bekämpfen.

Die Forscher nahmen Blutproben von 20 Personen, die mit dem Vakzin geimpft worden waren. Deren Antikörper wehrten in Petrischalen erfolgreich das Virus ab. "Es war eine sehr beruhigende Entdeckung, dass zumindest diese Mutation, die eine von denen war, wegen denen sich die Menschen am meisten sorgen, für den Impfstoff nicht ein Problem zu sein scheint", sagte Philip Dormitzer von Pfizer.

Impfstoff kann angepasst werden

Die in Südafrika erstmals entdeckte Variante des Virus verfügt über eine zusätzliche Mutation namens E484K. Die Studie ergab, dass der Impfstoff gegen 15 weitere mögliche Mutationen wirksam zu sein schien, doch E484K war nicht unter den untersuchten.

Falls das Virus irgendwann so stark mutiert, dass der Impfstoff angepasst werden muss, werde das bei dem von Pfizer mitentwickelten Vakzin und ähnlichen Mitteln nicht schwierig sein, sagte Dormitzer. Der Impfstoff beinhaltet ein Stück des genetischen Codes des Virus, das auf einfache Weise gewechselt werden kann.

Auch Fälle in Deutschland

Die britische Variante des Virus gilt als bis zu 70 Prozent ansteckender als der ursprüngliche Covid-19-Erreger. Sie hat sich im Großraum London rasant ausgebreitet und die Regierung verhängte wegen der vielen neuen Infektionen einen Lockdown. Die südafrikanische Variante ist laut dem panafrikanischen Gesundheitszentrum Africa CDC besonders ansteckend.

Auch in Deutschland gibt es Fälle der neuen Corona-Variante. Das Gesundheitsministerium in Sachsen teilte am Donnerstag mit, dass die Mutation bei einer Person aus Dresden aufgetreten sei, die aus Großbritannien zurückgekehrt sei. Erstmals war die Variante aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich besorgt über die Mutation. Sollte es sich auch hierzulande ausbreiten, müssten sich die Deutschen auf noch mehr Einschränkungen einstellen, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

BioNTech/Pfizer: Schutz vor Mutation und besonders guter Schutz bei Senioren
Ralph Sina, ARD Brüssel
08.01.2021 10:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Januar 2021 um 09:40 Uhr.

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