Passanten gehen mit Regenschirmen durch die Einkaufsstraße Grafton Street in Dublin. | Bildquelle: dpa

Corona-Maßnahmen Mehrere EU-Länder lockern Beschränkungen

Stand: 28.11.2020 12:04 Uhr

Während die Neuinfektionszahlen in Deutschland auf hohem Niveau bleiben, haben einige europäische Länder den Höhepunkt der zweiten Welle augenscheinlich bereits überwunden. Die Konsequenz: vorsichtige Lockerungen.

Mehrere EU-Länder haben für die Adventszeit Lockerungen ihrer Corona-Beschränkungen angekündigt. Hintergrund sind die sinkenden Neuinfektionszahlen.

Belgien kritisiert deutsche Lockerungen an Weihnachten

In Belgien dürfen dank rückläufiger Fallzahlen nicht systemrelevante Geschäfte ab kommender Woche unter Auflagen wieder öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Alexander De Croo an. Bei den Corona-Maßnahmen rund um Familientreffen in der Weihnachtszeit soll es in Belgien allerdings streng zugehen. Am 24. und am 25. Dezember könnten Alleinstehende bis zu zwei Personen in ihre Wohnungen und Häuser einladen, erklärte De Croo. So wolle man sichergehen, dass die Menschen an Weihnachten und Neujahr nicht alleine seien.

Die in Deutschland geplanten, weniger strengen Regelungen für die Weihnachtstage kritisierte Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke. "Wenn es etwas gibt, was das Virus mag, dann sind das Feste, vor allem mit wechselnden Teilnehmern, das müssen wir unbedingt vermeiden", sagte Vandenbroucke laut einem Bericht der Agentur Belga. "Deshalb finde ich, dass unsere Nachbarländer nicht das tun, was angebracht wäre."

Ministerpräsident De Croo riet von Reisen in rote Zonen im Ausland ab und kündigte Kontrollen an den belgischen Grenzen an, ob Einreisende das vorgeschriebene Formular ausgefüllt haben. Anschließend solle stichprobenartig geprüft werden, ob die geforderte Quarantänezeit eingehalten wird. "Wir sehen, dass sich die Zahlen in unserem Land gut entwickeln", sagte De Croo. "Das Letzte, was wir wollen, ist, das Virus wieder nach Belgien zu importieren."

Frankreich: Lockerungen, aber kein Ende des Lockdowns

Frankreich verzeichnete am Freitag 12.450 Neuinfektionen. Den Gesundheitsbehörden zufolge hat das Land den Höhepunkt an Neuinfektionen in der zweiten Corona-Welle bereits überstanden. Entschärfungen sind dort am Samstagmorgen bereits in Kraft getreten. Auch nichtlebensnotwendige Läden dürfen wie in Belgien ihre Türen unter Auflagen wieder öffnen, außerdem dürfen Menschen sich für Spaziergänge und Sport länger als zuvor draußen aufhalten. Messen können mit maximal 30 Gläubigen wieder abgehalten werden. Zudem dürfen Bibliotheken und Archive wieder öffnen. Nach wie vor ist das Verlassen des Hauses aber nur aus triftigem Grund erlaubt. Dabei ist eine Bescheinigung mitzuführen.

Corona-Maßnahmen in Frankreich gelockert
tagesschau 12:00 Uhr, 28.11.2020, Sabine Rau, ARD Paris

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Wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in seiner TV-Ansprache am Dienstag sagte, solle man nach wie vor von Treffen mit Freunden und Familie sowie allen nicht notwendigen Ausgängen absehen. Auch Premier Jean Castex mahnte, es sei zu früh, um von einem Ende des Lockdowns zu sprechen. Sinken die Corona-Zahlen weiter, rückt ein Ende der Ausgangsbeschränkungen aber näher. Macron stellte in Aussicht, sie ab Mitte Dezember durch nächtliche Ausgangssperren zu ersetzen.

Italien: Nur noch drei "rote Zonen"

Die italienische Regierung will ab Sonntag drei bisher besonders vom Coronavirus betroffene "rote Zonen" zu "orangefarbenen Zonen" erklären, wie es in einem Erlass von Gesundheitsminister Roberto Speranza hieß. Ab Sonntag dürfen sich demnach die Bewohner der Lombardei sowie der Regionen Piemont und Kalabrien zwischen 05.00 und 22.00 Uhr wieder frei in ihrer Gemeinde bewegen. Darüber hinaus dürfen sie auch zwischen Orten innerhalb ihrer Region reisen, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen oder ihre Kinder in die Schule zu bringen. Auch Einkaufszentren dürfen in den Regionen wieder öffnen, Bars, Restaurants und Bäckereien müssen dagegen weiter geschlossen bleiben.

Als "rote Zonen" gelten nach dem Erlass noch das Aostatal, die Region Bolzano, die Toskana, die Abruzzen und Kampanien. In diesen Regionen dürfen die Menschen ihr Zuhause nur unter bestimmten Voraussetzungen verlassen.

Irland lockert ab 1. Dezember

Auch die irische Regierung will vor Weihnachten wieder mehr Unternehmen und Einrichtungen den Betrieb erlauben. Ab dem 1. Dezember sollen Geschäfte, Museen, Galerien und Büchereien unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wieder öffnen. Ab dem 4. Dezember können auch Restaurants und Bars, die Essen anbieten, wieder betrieben werden. Bars, die nur Getränke servieren, bleiben jedoch dicht. Für die Weihnachtszeit sind weitere Lockerungen geplant: So sollen zwischen dem 18. Dezember und 6. Januar wieder Reisen und Treffen von bis zu drei Haushalten möglich sein.

Die Lockerungen gingen so weit, "wie wir glauben, dass es möglich ist, die beste Balance zwischen der Gesundheit, der Wirtschaft und sozialen Überlegungen zu erreichen", sagte Irlands Regierungschef Micheal Martin bei einer Rede im Fernsehen. Die "Opfer" der Nation hätten Wirkung gezeigt und die Infektionsrate auf einen der niedrigsten Stände in Europa gedrückt.

Über sechs Wochen hinweg hatten in Irland strikte Sperrmaßnahmen gegolten, viele Geschäfte und Einrichtungen waren geschlossen. Die Einwohner waren zudem auf einen Bewegungsradius von fünf Kilometer rund um ihren Wohnsitz beschränkt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. November 2020 um 09:00 Uhr.

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