"Diamond Princess" | Bildquelle: AFP

Coronavirus 60 neue Infektionen auf Kreuzfahrtschiff

Stand: 10.02.2020 10:05 Uhr

In Südostasien steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle weiter an. An Bord eines Kreuzfahrtschiffes in Yokohama haben sich 130 Passagiere angesteckt. Bei deutschen China-Heimkehrern konnten Mediziner den Virus nicht nachweisen.

Die Lage auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" verschärft sich weiter: An Bord des Ozeanriesens, der im japanischen Yokohama unter Quarantäne steht, sind etwa 60 weitere Menschen positiv auf das neue Coronavirus getestet worden. Die Ergebnisse würden doppelt geprüft und daher gebe es noch keine exakte Zahl, teilte das japanische Gesundheitsministerium mit. An Bord der "Diamond Princess" war das Virus zuvor bei 70 Menschen diagnostiziert worden.

Die übrigen der insgesamt 2666 Passagiere und 1045 Crew-Mitglieder sollen noch bis zum 19. Februar an Bord bleiben, da die Untersuchungen auf den Erreger weitergehen. An Bord des Kreuzfahrtschiffes sind nach Erkenntnissen der Deutschen Botschaft in Tokio auch zehn deutsche Staatsangehörige.

SARS, MERS und das neuartige Coronavirus im Vergleich
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Inzwischen sind an dem neuartigen Coronavirus mehr Menschen gestorben als bei der weltweiten SARS-Pandemie.

Testergebnisse von China-Rückkehrern negativ

Im Ungewissen über eine mögliche Infizierung mussten auch 20 deutsche China-Heimkehrer in Berlin ausharren. Nun stellt sich heraus, dass sie sich nicht mit der Lungenkrankheit angesteckt haben. "Wir sind erleichtert. Alle Testergebnisse auf das neuartige Coronavirus der Rückkehrerinnen und Rückkehrer in Berlin sind negativ", teilte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mit.

Die 16 Erwachsenen und 4 Kinder waren am Sonntag in Berlin-Tegel gelandet. Die Menschen, die sich in der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten hatten, kamen umgehend auf eine Quarantäne-Station auf dem Gelände der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick.

Am Sonntag hieß es, die Deutschen und ihre Familienangehörigen seien wohlauf. Die Tests auf das Coronavirus sollen nun zwei Wochen lang alle vier Tage wiederholt werden. "Die 14-tägige Quarantäne für die Dauer einer längstmöglichen Inkubationszeit unter Beobachtung ist eine Maßnahme, um die Betroffenen selbst und die Bevölkerung zu schützen", stellte Gesundheitssenatorin Kalayci klar. Der Bevölkerungsschutz habe höchste Priorität für sie, betonte Kalayci.

Airbnb streicht Miet-Angebote für Peking

China vermeldete einen weiteren Anstieg der Virusfälle. Die Zahl der Todesopfer auf Festlandchina erhöhte sich um 97 auf 908. Hinzu kommen zwei weitere Verstorbene in Hongkong und auf den Philippinen. Bereits am Wochenende hatte die Zahl der Todesopfer jene der SARS-Pandemie der Jahre 2002 und 2003 überschritten. Die Zahl der in Festlandchina registrierten Krankheitsfälle durch das Virus stieg nach Angaben der Regierung um mehr als 3000 weitere Fälle. Die Gesamtzahl der Erkrankten gab der Gesundheitsausschuss der Regierung mit 40.171 an. 

Die Vermieter-Plattform Airbnb hat inzwischen auf die verschärfte Lage in China reagiert. Bis zum 29. Februar könnte keine Unterkünfte in Peking mehr gemietet werden, teilte das Unternehmen mit. Angesichts des neuartigen Coronavirus seien sämtliche Buchungsmöglichkeiten bis Ende des Monats ausgesetzt worden. Die Einschränkung gelte nur für die chinesische Hauptstadt.

Die Karte zeigt die aktuelle Verbreitung des Coronavirus am 10.2.2020.
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Die Karte zeigt die aktuelle Verbreitung des Coronavirus am 10.2.2020.

Auswirkungen hat die Epidemie auch auf die Nachbarstaaten. Beim Eröffnungsspiel der asiatischen Fußball-Champions-League am Dienstag in Südkorea müssen alle Zuschauer Gesichtsmasken tragen. Das ist laut Nachrichtenagentur AP eine der Maßnahmen der Asiatischen Fußball-Förderation (AFC) gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus. Die Körpertemperatur der Besucher darf nicht über 37,5 Grad liegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Februar 2020 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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