Wanderarbeiterin in Ghaziabad/Indien | Bildquelle: AFP

Corona-Pandemie Millionen Kindern droht der Hungertod

Stand: 20.05.2020 15:09 Uhr

Vor allem Kleinkinder leiden unter den Folgen der Corona-Pandemie, warnen Experten. Ihre Ernährungssicherheit sei massiv gefährdet. Sie fordern deshalb Millionen-Hilfen und eine globale Friedensinitiative, um den Hungertod abzuwenden.

Die Corona-Pandemie droht nach Einschätzung des Welternährungsprogramms (WFP) weltweit zusätzlich zehn Millionen Kinder in den Hunger zu treiben. Kinder unter fünf Jahren könnten zu den größten Opfern der Pandemie und ihrer sozialen und wirtschaftlichen Folgen werden, warnte das WFP. Die Zahl der lebensbedrohlich unterernährten Kinder werde um bis zu zwanzig Prozent steigen.

Besonders arme Familien betroffen

"Wenn wir jetzt nicht handeln, drohen künftigen Generationen verheerende Verluste an Leben, Gesundheit und Produktivität", betonte die WFP-Direktorin für Ernährung, Lauren Landis. Für den Ausbau von Programmen zur Vorbeugung und Behandlung benötigt das WFP den Angaben zufolge dringend 300 Millionen US-Dollar.

Das Virus könne sich bei Kindern, die durch schlechte Ernährung ohnehin geschwächt seien, schlimm auswirken, warnte die UN-Organisation. Ausgangssperren träfen besonders stark arme Familien, die auf Tageslohn oder Überweisungen aus dem Ausland angewiesen seien. Beschränkungen zur Bekämpfung der Epidemie verschärften überdies bestehende Bedrohungen der Ernährungssicherheit - wie Konflikte und schwache Gesundheitssysteme.

Vorwürfe an den UN-Sicherheitsrat

Ähnlich besorgt äußerte sich auch Hilfsorganisation World Vision. Sie fordert von Staats- und Regierungschefs in der Corona-Krise eine globale Friedensinitiative. Die Regierungen müssten noch mehr tun, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und vor allem Kinder vor den Auswirkungen der Pandemie zu schützen, betonte World Vision-Präsident Andrew Morley in einer Erklärung. "Jeder Waffenstillstand würde Kindern in Kriegsgebieten das Leben retten und ihnen Hoffnung auf ein Leben in Frieden geben."

World Vision wirft dem UN-Sicherheitsrat das Versäumnis vor, den Aufruf von UN-Generalsekretär Antonio Guterres vom März für einen globalen Waffenstillstand nicht unterstützt und sich nicht auf eine Resolution zur Bekämpfung des Coronavirus geeinigt zu haben.

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