Die "Grand Princess" vor der Golden Gate Bridge in San Francisco | Bildquelle: AP

Neuartiges Coronavirus Kalifornien ruft Notstand aus

Stand: 05.03.2020 10:35 Uhr

Neue Infektionsfälle und ein erster Toter: Kalifornien hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand erklärt. Einem Kreuzfahrtschiff wird das Einlaufen in den Hafen von San Francisco verwehrt.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen - nur wenige Stunden nachdem der erste Todesfall durch die Lungenkrankheit in dem Westküsten-Staat bekanntgeworden war. Damit können Gelder und andere Hilfsmittel schneller mobilisiert werden als sonst.

Bei dem Toten handele sich um einen älteren Mann, der sich vermutlich im Februar an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Grand Princess" angesteckt habe, teilte die lokale Gesundheitsbehörde im Placer County mit.

Tausende Passagiere sitzen fest

Kalifornien verwehrt der "Grand Princess" nun die Einfahrt in den Heimathafen San Francisco - Tausende Menschen sitzen fest. Zunächst müssten Passagiere und Besatzungsmitglieder, die Symptome gezeigt hätten, auf den Erreger getestet werden, so Newsom. Betroffen seien rund 20 Personen.

Das Schiff war auf der Rückkehr von Hawaii nach San Francisco, zuvor hatte es eine Reise nach Mexiko absolviert. An Bord sind nach Angaben von Gouverneur Newsom rund 2500 Passagiere - hinzu kommen laut Reederei rund 1150 Crewmitglieder.

Zum Unternehmen Princess Cruises gehört auch das Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess", das im vergangenen Monat wegen des Coronavirus zwei Wochen lang vor der Küste Japans unter Quarantäne gestanden hatte. Das Auswärtige Amt hat in seine Reisehinweise inzwischen den Zusatz aufgenommen, dass auf Kreuzfahrtschiffen ein erhöhtes Quarantäne-Risiko besteht.

US-Kongress will Milliarden bereitstellen

Mit dem Passagier der "Grand Princess" erhöhte sich die Gesamtzahl der Toten infolge des Virus in den USA auf elf, es gibt mehr als 100 registrierte Infektionsfälle. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Washington. 

Als Reaktion auf die Ausbreitung will der US-Kongress umgerechnet etwa 7,5 Milliarden Euro für den Kampf gegen das Virus bereitstellen. Das Repräsentantenhaus nahm ein entsprechendes Nothilfegesetzes mit 415 zu zwei Stimmen an. Es muss nun noch vom Senat verabschiedet werden. "Wir müssen diese Gesetzgebung schnell umsetzen - Leben stehen auf dem Spiel", erklärte die demokratische Ausschussvorsitzende Nita Lowey.

8 Mrd für Kampf gegen Corona-Virus - Kritik an Trumps Krisenmanagement
Julia Kastein, ARD Washington
05.03.2020 07:06 Uhr

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