Friedhof für Corona-Tote in Sao Paulo | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus Zehn Millionen Infizierte weltweit

Stand: 28.06.2020 16:50 Uhr

Sechs Monate nach Bekanntwerden der ersten Corona-Fälle steigt die Zahl der Infizierten weiter stark an - auf nun mehr als zehn Millionen bestätigte Fälle weltweit. Besonders betroffen: die USA und Brasilien.

Wie hoch die tatsächliche Zahl der Infizierten ist, ist schwer abzuschätzen. Denn viele Menschen werden nicht getestet oder sie hatten keine oder nur schwache Symptome. In den USA etwa gehen Experten von fast zehnmal so vielen Infizierten aus wie bekannt. Allein das wären schon 20 Millionen.

Die bestätigte Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus stieg inzwischen auf weltweit mehr als zehn Millionen. Knapp 500.000 Menschen starben an der Infektion. Das geht aus den jüngsten Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Die Zahl von zehn Millionen weltweit Infizierten liegt etwa beim Doppelten der jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierten schweren Grippe-Fälle. Die Todeszahl in den etwa sieben Monaten der Corona-Pandemie entspricht etwa der Todesrate durch die Grippe in einem Jahr.

Starker Anstieg in den USA

Das am schlimmsten von den Gesundheitsfolgen der Pandemie betroffene Land bleiben die USA. Dort gibt es mit 2,5 Millionen die meisten bestätigten Infektionen und mit mehr als 125.000 Opfern auch die meisten bekannten Corona-Todesfälle.

Am Samstag hatten Behörden dort zufolge rund 43.000 bestätigte Neuinfektionen gemeldet - nach rund 45.000 am Vortag, was die bislang größte Zunahme innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie darstellte. Vor allem Bundesstaaten im Süden des Landes wie Florida, Texas, Arizona und Kalifornien meldeten Höchststände bei den Neuinfektionen. Ein Nachlassen der Pandemie schien daher zunächst nicht in Sicht.

Demonstration gegen Maskenpflicht in den USA | Bildquelle: AP
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Trotz des weiterhin starken Anstiegs - die Schutzmaßnahmen gegen das Virus treffen auch in den USA auf lauten Protest.

Auch Brasilien bleibt stark betroffen

Global betrachtet folgte an zweiter Stelle Brasilien, wo sich der Erreger Sars-CoV-2 zuletzt ebenfalls rasant ausbreitete. Dort gab es Johns Hopkins zufolge 1,3 Millionen bekannte Infektionen und rund 57.000 Todesfälle. In Bezug auf die bestätigten Corona-Infektionen folgten dahinter Russland (630.000), Indien (530.000) und Großbritannien (310.000).

Die Opferzahl in den USA mit seinen rund 330 Millionen Einwohnern ist weltweit die höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 38 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Großbritannien liegt dieser Wert gerundet bei 66, in Italien bei 57 und in Schweden bei 52 - in Deutschland hingegen bei 11.

500.000 Chinesen müssen in Quarantäne

In China müssen rund eine halbe Million Bürger, die in der Nähe von Peking leben, wegen eines neuen Coronavirus-Ausbruchs in den Lockdown. Das teilten die chinesischen Behörden mit, nachdem die Zahl der Neuinfektionen in der Hauptstadt erneut gestiegen war. In den vergangenen 24 Stunden seien 14 neue Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Die Behörden versicherten aber, die Lage werde sich "verbessern".

Betroffen von dem Lockdown sind Bewohner im Kreis Anxin, der 150 Kilometer von Peking entfernt liegt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wird der Ort "vollständig abgeriegelt und kontrolliert". Die Bewohner müssten zu Hause bleiben. Nur ein Vertreter pro Familie dürfe nach draußen gehen, um Einkäufe zu erledigen und Medizin zu besorgen, hieß es.

Die jüngsten Infektionen in Peking lösen Befürchtungen eines weitläufigen Wiederaufflammens des Virus in China aus. Nach zwei Monaten ohne neue Ansteckungen in Peking ist die Zahl der Neuinfektionen seit dem 11. Juni auf 311 gestiegen.  Als Ausgangspunkt wird der Xinfadi-Markt in Peking vermutet, der nach Behördenangaben seit dem 30. Mai von rund 200.000 Menschen besucht wurde. Auf dem Lebensmittelgroßmarkt wird ein Großteil der Frischprodukte Pekings gehandelt. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua belieferten auch Unternehmen aus dem Kreis Anxin den Lebensmittelgroßmarkt mit Süßwasserfischen.

Ein medizinischer Mitarbeiter im Schutzanzug in Peking, China. | Bildquelle: STRINGER/EPA-EFE/Shutterstock
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Und wieder müssen Hunderttausende Chinesen zu Hause bleiben - für die Untersuchung sorgen Mitarbeiter mobiler Testzentren.

Türkei beschränkt Ausgang

In der Türkei gelten an diesem Wochenende wegen großangelegter Aufnahmeprüfungen für Universitäten in allen 81 Provinzen zeitlich begrenzte Ausgehverbote. Damit sollten zu große Menschenmengen unter anderem in den öffentlichen Verkehrsmitteln verhindert werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Maßnahme gilt noch bis 18.30 Uhr (Ortszeit). Alle Menschen mit Ausnahme der rund 2,4 Millionen Prüflinge und ihrer Familien hatten sich daran zu halten.

Bereits vergangene Woche hatte die Türkei einen ähnlichen zeitlich befristeten Lockdown verhängt, damals ging es um Aufnahmeprüfungen für 1,6 Millionen Schüler. Insgesamt hat die Türkei aber seit Monatsbeginn aber viele Beschränkungen wieder gelockert. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg daraufhin wieder an. Bisher hat die Türkei mehr als 194 000 Coronavirus-Fälle und 5065 Todesopfer im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juni 2020 um 16:00 Uhr.

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