Impfstoff von Moderna | dpa

Vakzin von Moderna EU lässt zweiten Corona-Impfstoff zu

Stand: 06.01.2021 17:50 Uhr

In Deutschland und den anderen EU-Staaten können ab sofort zwei Corona-Impfstoffe verwendet werden. Die EU-Kommission ließ auch das Vakzin von Moderna zu. Bis Ende März soll die US-Firma zwei Millionen Dosen nach Deutschland liefern.

In der Europäischen Union ist ein zweiter Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen worden. Wie die EU-Kommission am späten Nachmittag mitteilte, genehmigte sie das Präparat des US-Herstellers Moderna. Kurz zuvor hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) in Amsterdam den Einsatz des Vakzins empfohlen.

Damit kommen bald zusätzliche Impfstoffmengen in Europa auf den Markt. Der Hersteller will einem Rahmenvertrag zufolge nach und nach 160 Millionen Einheiten an die 27 EU-Staaten liefern. "Wir werden mehr als genug sichere und wirksame Impfungen zum Schutz aller Europäer haben", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Wohl nur knapp zwei Millionen Dosen bis Ende März

Welcher EU-Staat wie viele Dosen erhält, richtet sich eigentlich nach der Bevölkerungszahl. Deutschland soll nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit 50 Millionen Dosen von Moderna aber mehr bekommen, als ihm rechnerisch zustehen würde. Grund ist laut Ministerium, dass einige EU-Staaten keinen Impfstoff von dieser Firma beziehen wollen.

Wegen der zunächst begrenzten Produktionskapazitäten kommen laut Spahn im ersten Quartal aber nur knapp zwei Millionen Moderna-Dosen nach Deutschland, die ersten vermutlich schon "in der nächsten Woche".

Vor zweieinhalb Wochen hatte die EU-Kommission die Zulassung für den Impfstoff von BioNTech und Pfizer erteilt, der seit dem 27. Dezember europaweit verabreicht wird. Der holprige Start der Impfkampagne sorgte allerdings für Kritik.

Wirksamkeit liegt bei rund 94 Prozent

Die Wirksamkeit des Moderna-Impfstoffs liegt nach der abschließenden Analyse der zulassungsrelevanten Studie bei gut 94 Prozent. BioNTech und Pfizer hatten die Wirksamkeit ihres Vakzins auf 95 Prozent beziffert. Beide Impfstoffe basieren auf einer neuen Technologie und nutzen sogenannte Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln soll.

Die USA hatten bereits vor Weihnachten eine Notfallgenehmigung für den Moderna-Impfstoff erteilt. Auch in Kanada und Israel wurde er zugelassen. Im Gegensatz zum Vakzin von BioNTech und Pfizer benötigt er keine ultrakalte Lagerung und könnte damit einfacher ausgeliefert werden.

Vermutlich bald Zulassung eines dritten Impfstoffs

In den nächsten Monaten sollen noch weitere Impfstoffe in Europa auf den Markt kommen. Als nächstes könnte das Vakzin von AstraZeneca an der Reihe sein, das in Großbritannien bereits mit einer Notfallzulassung genutzt wird. Davon hat die EU-Kommission bis zu 400 Millionen Dosen bestellt. Von BioNTech/Pfizer waren es 300 Millionen Dosen. Die EU-Kommission verhandelt mit dem Unternehmen derzeit, ob noch mehr geliefert werden kann.

In der EU leben insgesamt knapp 450 Millionen Menschen. Damit ein Mensch wirksam gegen Corona geimpft ist, muss er bei den beiden bisher zugelassenen Vakzinen zwei Dosen bekommen - im Abstand von mehreren Wochen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Januar 2021 um 14:00 Uhr.

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Moderation 06.01.2021 • 20:47 Uhr

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