Eine Oberärztin einer Budapester Klinik wird als erste gegen Corona geimpft. | AFP

Corona-Pandemie Ungarn zieht Impfstart vor

Stand: 27.12.2020 07:23 Uhr

Heute ist der große Tag: In allen EU-Staaten sollen die Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Der Impfstoff wurde geliefert - teils mit Polizeieskorte. Ungarn verabreichte die ersten Impfungen allerdings schon gestern.

Der Impfstart in der EU ist eigentlich der heutige Tag. Allerdings preschte Ungarn vor und impfte am Samstag die ersten Ärzte und Pflegekräfte. "Wir haben mit den Impfungen unter den Mitarbeitern des Gesundheitswesens nach einem zuvor festgelegten Plan begonnen", sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Oberärztin eines Budapester Krankenhauses bekam die Spritze als Erste.

Adrienne Kertesz sagte dem staatlichen Fernsehsender nach ihrer Impfung, sie habe lange auf diesen Augenblick gewartet. Nun sei es ihr möglich, in Sicherheit weiterzuarbeiten. Als Leiterin der Abteilung für Infektionskontrolle hat Kertesz hauptsächlich mit Covid-19-Patienten zu tun.

Eine Oberärztin einer Budapester Klinik wird als erste gegen Corona geimpft. | AFP

Die Oberärztin des Zentralen Krankenhauses Süd-Pest in Budapest, Andrienne Kertesz, wurde in Ungarn als Erste gegen das Coronavirus geimpft. Bild: AFP

Eine erste Lieferung von knapp 10.000 Dosen des Impfstoffs war am frühen Samstagmorgen in Ungarn eingetroffen. Die Ladung wurde auf mehrere große Krankenhäuser im Land verteilt: Zwei befinden sich in Budapest sowie je eines in Debrecen und Nyiregyhaza.

Auch die Slowakei gab am Samstagabend bekannt, sie habe mit den ersten Impfungen begonnen. Und auch in Sachsen-Anhalt wurden die ersten Impfungen verabreicht - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn reagierte überrascht. Die anderen EU-Staaten wollen wie geplant starten.

Zehntausende Dosen in der EU unterwegs

Der Impfstoff sollte zeitgleich in allen 27 EU-Staaten zur Verfügung stehen. In Italien erreichten die ersten Dosen des Präparats unter Militärgeleit ihr Ziel in Rom. Der Transporter sei am späten Freitagabend in einer Kaserne der Carabinieri im Norden der Hauptstadt angekommen, bestätigte das Verteidigungsministerium. Auch in Österreich wurden die ersten Impfdosen ausgeliefert, sie kamen aus Belgien über Deutschland ins Land. Die etwa 10.000 Dosen seien ab dem Grenzübergang in Suben in Oberösterreich unter Polizeibegleitschutz in ein Lager in Wien gebracht worden, erklärten die Behörden. Der Impfstoff hat inzwischen außerdem Griechenland, Malta, die Niederlande, Polen, Tschechien, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland erreicht.

Der Transporter mit dem Corona-Imfpstoff wird in Rom von einer Polizeieskorte begleitet. | RICCARDO ANTIMIANI/EPA-EFE/Shutt

Begleitet von Carabinieri kam der Imfpstoff in der italienischen Hauptstadt Rom an. Bild: RICCARDO ANTIMIANI/EPA-EFE/Shutt

Hoffnung auf mehr Normalität

"Und die Menschen beginnen mit den Impfungen in Athen, in Rom, in Helsinki, in Sofia, wo auch immer", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Europäischen Impftage seien ein bewegender Moment der Einheit und eine europäische Erfolgsgeschichte. Bald schon würden weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen. "Lasst uns 2021 zu unserem Jahr der europäischen Erholung und Hoffnung machen."

Gleichzeitig machte von der Leyen Hoffnung auf mehr Normalität im kommenden Jahr. "Die Impfungen werden dabei helfen, nach und nach zu unserem normalen Leben zurückzukehren", sagte sie in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Sobald genügend Menschen geimpft worden seien, könne man wieder beginnen zu reisen, Freunde und Familie zu treffen und die Feiertage normal zu verbringen. "Aber bis dahin müssen wir weiter vorsichtig sein."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Dezember 2020 um 20:00 Uhr.