Königin Elizabeth II. hält eine Rede beim Gipfeltreffen der Commonwealth-Staaten | Bildquelle: REUTERS

Commonwealth-Gipfel Klare Ansage von der Queen

Stand: 19.04.2018 17:30 Uhr

Elizabeth II. hat den Commonwealth-Gipfel mit einer Überraschung eröffnet: Sie möchte, dass Prinz Charles eines Tages Oberhaupt der Staatenvereinigung wird. Doch das ist gar nicht selbstverständlich.

Von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

Dass Emeli Sandé die Nationalhymne sang, ist kein Zufall: Ihre Mutter ist Schottin, ihr Vater stammt aus Sambia, einem der 53 Länder des heutigen Commonwealth. Gastgeberin im Buckingham-Palast ist natürlich die Queen. Sie machte noch einmal deutlich, wie sehr ihr der Staatenbund am Herzen liegt, hervorgegangen aus dem ehemaligen britischen Empire, dessen endgültigen Zerfall die heute 91 Jahre alte Regentin miterlebt hatte.

Stolze Gastgeberin im Buckingham-Palast

Es sei ihr eine besondere Freude, die Führer des Commonwealth diesmal in ihrem eigenen Hause zu begrüßen, nachdem sie schon so viele Gipfel des Staatenbundes in anderen Mitgliedstaaten rund um die Welt eröffnet habe, sagte Elizabeth II. Und es war dann fast eine Sensation, als die bald 92-Jährige auch gleich die Folgefrage auf dieser Ebene beantwortete: Es sei ihr aufrichtiger Wunsch, dass das Commonwealth auch zukünftigen Generationen Stabilität und Kontinuität biete. Prinz Charles solle diese wichtige Aufgabe fortführen, die ihr Vater Georg VI. 1949 begonnen habe. Das sagt die Queen - selbstverständlich ist das nicht. Die Funktion des Commonwealth-Oberhauptes ist nicht erblich.

Angespanntes Verhältnis: Großbritannien und das Commonwealth
tagesthemen 22:15 Uhr, 19.04.2018, Julie Kurz, ARD London

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Diskussionen um Nachfolge

Hinter den Kulissen wird bereits diskutiert, wer der Queen in dieser Aufgabe nachfolgen sollte. So hatte sich der britische Oppositionsführer, Labour-Chef Jeremy Corbyn, am Wochenende dafür ausgesprochen, dass der Vorsitz des Commonwealth in Zukunft zwischen den Mitgliedsstaaten rotiere. Nun aber hat die Queen mit ihrer Autorität klar gemacht, dass sie ihren Sohn in dieser Funktion sehen möchte. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man ihr diesen Wunsch nicht erfüllt.

Gipfeltreffen der Commonwealth-Staaten | Bildquelle: AFP
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Premierministerin May ist auf dem Gipfel voll des Lobes für die Queen.

Lob für "glühendsten Champion"

Premierministerin Theresa May würdigte heute noch einmal das Wirken Elizabeth II. für das Commonwealth: "Ich möchte Ihrer Majestät, dem Oberhaupt des Commonwealth, meinen herzlichen Dank sagen. Viele Jahre lang sind Sie der standhafteste und glühendste Champion des Commonwealth gewesen. Und Sie sind den tiefsten Werten des Commonwealth verbunden, damit das Wort des kleinsten Mitglieds genauso viel wert ist wie das des größten. Und damit die wohlhabendsten Mitglieder Schulter an Schulter mit den schwächsten stehen."

Prinz Charles fordert praktische Lösungen

Prinz Charles konnte auch schon mal für seine zukünftige Aufgabe üben, als er sein Grußwort sprach: "Ich bete, dass dieser Commonwealth-Gipfel nicht nur die Bande zwischen seinen Mitgliedern auffrischt, sondern auch dem Commonwealth erneut so viel Relevanz für seine Bürger verleiht, indem er praktische Lösungen für ihre Probleme findet."

Hauptthemen Handel und Ausländerpolitik

Die britische Premierministerin kündigte heute ein Verbot von Plastik-Strohhalmen und Plastik-Wattestäbchen an - als Mittel gegen den Plastikmüll in den Weltmeeren. Die britische Regierung will auf diesem Gipfel vor allem den Handel zwischen den Commonwealth-Staaten vorantreiben, auf der Suche nach neuen Handelspartnern nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU. Überschattet wird der Gipfel allerdings vom Streit über die britische Ausländerpolitik: Das Innenministerium hatte Einwanderer, die vor Jahrzehnten aus der Karibik nach Großbritannien gekommen waren, fälschlicherweise zu Illegalen erklärt und sie unter anderem in Abschiebehaft genommen. Die Premierministerin musste sich dafür direkt vor dem Gipfel bei den Vertretern der Karibik-Staaten entschuldigen.

Queen eröffnet Commonwealth-Gipfel
J.-P. Marquard, ARD London
19.04.2018 15:51 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 19. April 2018 NDR Info um 14:20 Uhr und MDR aktuell (Hörfunk) um 16:48 Uhr.

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