Michael Cohen | Bildquelle: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX

Befragung von Trumps Ex-Anwalt "Endlich die Wahrheit sagen"

Stand: 27.02.2019 04:48 Uhr

US-Präsident Trump weilt am anderen Ende der Welt, während sein früherer Anwalt im Kongress befragt wird. Die erste Anhörung fand hinter verschlossenen Türen statt. Cohen zeigte sich anschließend zufrieden.

Der langjährige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, ist acht Stunden lang im US-Kongress befragt worden. Die Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Senats fand hinter verschlossenen Türen statt. Senatoren wollten anschließend keine konkreten Angaben zu Cohens Aussagen machen.

Trumps langjähriger "Ausputzer" selbst äußerte sich zufrieden über die Befragung. Er habe die Gelegenheit bekommen, Dinge geradezurücken und "die Wahrheit zu sagen", sagte Cohen. "Und ich freue mich darauf, mit meiner Stimme der amerikanischen Bevölkerung meine Geschichte erzählen zu können. Und ich werde die Amerikaner entscheiden lassen, wer die Wahrheit sagt."

Auftritt wird live übertragen

Cohen wird heute vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses aussagen. Der Auftritt wird live im Fernsehen übertragen und deswegen mit besonderer Spannung erwartet. Zum Schluss folgt am Donnerstag eine nochmalige Vernehmung Cohens hinter verschlossenen Türen, dann vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses. Cohens Anwalt Lanny Davis kündigte "erschreckende" Aussagen über Trump an.

Cohen hatte zehn Jahre für den Trump-Konzern gearbeitet und wurde oft als Trumps "Ausputzer" beschrieben. Inzwischen steht er mit dem Präsidenten auf Kriegsfuß. Für Taten, die er großteils im Zusammenhang mit seiner Arbeit für Trump begangen hatte, wurde Cohen im Dezember von einem New Yorker Gericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Strafe wegen Meineids in früheren Aussagen gegenüber dem Kongress sowie Steuer- und Finanzdelikten muss Cohen im Mai antreten. Das Weiße Haus beschuldigte ihn bereits im Vorfeld der jetzigen Anhörungen, den Kongress erneut belügen zu wollen.

Trump geriet durch Cohen wiederholt in Bedrängnis

Cohen hatte Trump mit seinen Aussagen wiederholt in Bedrängnis gebracht. So sagte er aus, Schweigegeldzahlungen an zwei angebliche frühere Sexpartnerinnen Trumps in dessen Auftrag geleistet zu haben. In seinem Urteil gegen Cohen sah das Gericht in diesen Zahlungen gesetzwidrige Wahlkampffinanzierung.

Im November bekannte sich Cohen zudem schuldig, den Kongress belogen zu haben. Dabei ging es um den geplanten Bau eines Trump-Towers in Moskau, der letztlich nicht zustande kam. Zu dem Trump-Tower-Projekt hatte Cohen zunächst erklärt, die Pläne seien im Januar 2016 aufgegeben worden - also noch vor der ersten Abstimmung im Vorwahlkampf der Republikaner.

Später räumte er unter anderem ein, noch bis ungefähr Juni 2016 versucht zu haben, eine Genehmigung der russischen Behörden für das Projekt zu erhalten. Seine Bemühungen liefen also in der kritischen Phase von Trumps Wahlkampf weiter.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Februar 2019 um 05:25 Uhr.

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