Der ehemalige Trump-Anwaalt Michael Cohen zu Beginn seiner Anhörung vor dem US-Kongress. | Bildquelle: AFP

Kongress-Anhörung Cohen belastet Trump schwer

Stand: 27.02.2019 19:19 Uhr

"Hochstapler", "Betrüger", "Rassist": Bei seiner Anhörung vor dem Kongress hat Ex-Anwalt Cohen US-Präsident Trump schwer angegriffen. Dabei ging es auch um ein Trump Tower-Projekt in Moskau.

Donald Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen hat den amerikanischen Präsidenten bei einer Anhörung im US-Kongress der Lüge bezichtigt. Trump habe schon vorab gewusst, dass die Enthüllungsplattform Wikileaks gehackte E-Mails in ihrem Besitz hatte, die seiner Rivalin Hillary Clinton im Wahlkampf schadeten, sagte Cohen vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses. Zudem nannte er Trump einen "Rassisten", "Hochstapler" und "Betrüger", Beweise für konkrete Straftaten legte er aber nicht vor.

Unter anderem räumte Cohen ein, Trump habe ihn nicht direkt angewiesen, über Pläne für den Bau eines Trump Towers in Moskau zu lügen. Allerdings habe Trump ihn indirekt zur Lüge aufgefordert: "Er schaute mir in die Augen und sagte, es gibt kein Geschäft in Russland, und dann ging er und belog das amerikanischen Volk, indem er das Gleiche sagte."

Ex-Anwalt Cohen belastet Trump in Kongress-Anhörung
tagesschau 20:00 Uhr, 27.02.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Gegensätzliche Aussagen vor dem Kongress

Cohen war seinen Angaben zufolge für Trump noch bis Juni 2016 in Verhandlungen mit Russland, als dieser de facto bereits als Präsidentschaftskandidat der Republikaner feststand. Cohen selbst sagte aber in der Vergangenheit vor dem Kongress aus, die Pläne seien schon im Januar 2016 aufgegeben worden. Deswegen und wegen der Zahlung von Schweigegeld an zwei Frauen, die angeblich Affären mit Trump hatten, war Cohen zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Kopie eines Trump-Schecks soll Schweigegeldzahlung beweisen

Die Schweigegeldzahlung ist auch für Trump problematisch, denn sie könnte als möglicher Verstoß gegen Regeln zur Wahlkampffinanzierung interpretiert werden. Denn Ziel war es, seinen Namen im Wahlkampf zu schützen. Trump warf seinem ehemaligen Anwalt vor, mit Lügen seine Haftdauer verkürzen zu wollen. Allerdings hat die Aussage vor dem Kongress keine Auswirkung auf die bereits festgesetzte Strafe, die Cohen im Mai antreten soll.

Cohen legte dem Ausschuss Dokumente vor, mit denen er seine Anschuldigungen gegen den Präsidenten nach eigenen Angaben "unwiderlegbar" beweisen könne. Darunter war die Kopie eines Schecks, mit dem der Präsident ihn für die Zahlung von Schweigegeld an zwei Frauen entschädigt habe, sagte Cohen. Diese Frauen hatten vor der Wahl 2016 behauptet, eine sexuelle Affäre mit Trump gehabt zu haben. Da dieses Geld kurz vor der Wahl geflossen war, geht es womöglich um strafbare Versuche, die Umstände der Zahlung im Nachhinein zu verschleiern.

Das Medieninteresse an den brisanten Aussagen von Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen war gewaltig. | Bildquelle: AP
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Das Medieninteresse an den brisanten Aussagen von Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen war gewaltig.

Cohen entschuldigt sich für "fehlgeleitete Loyalität"

In einer Eingangserklärung, die bereits im Vorfeld verbreitet worden war, sagte Cohen:

"I am ashamed of my weakness and misplaced loyalty - of the things I did for Mr. Trump in an effort to protect and promote him. I am ashamed that I chose to take part in concealing Mr. Trump’s illicit acts rather than listening to my own conscience."

"Ich schäme mich für meine Schwäche und meine fehlgeleitete Loyalität - für die Dinge, die ich für Mr. Trump getan habe, um ihn zu beschützen und zu fördern. Ich schäme mich, dass ich dazu beigetragen habe, Mr. Trumps unzulässige Taten zu verdecken, statt auf mein Gewissen zu hören."

Wikileaks, Stone und Mueller

Mit seinen Vorwürfen zu den mutmaßlich von russischen Hackern gestohlenen und von Wikileaks veröffentlichten E-Mails aus Clintons Partei und Wahlkampfteam widersprach Cohen dem Präsidenten, der stets behauptet hatte, nichts darüber gewusst zu haben. Allerdings legte Cohen keine Beweise für seine Darstellung vor. Zudem dürfte FBI-Sonderermittler Robert Mueller das Wissen über die Wikleaks-Pläne als solche nicht als Verbrechen werten, wie er bereits in dem Fall um den Trump-Vertrauten Roger Stone angedeutet hat. Mueller ermittelt zur Beeinflussung der US-Wahl durch Russland und möglichen Verbindungen zum Wahlkampfteam von Trump. Cohen kooperiert mit Mueller.

Eine der zentralen Figuren dabei ist Stone, der laut Cohen im Juli 2016 in Trumps Büro anrief und sagte, er habe mit Wikileaks-Gründer Julian Assange Kontakt gehabt. Er sagte, es werde innerhalb einiger Tage eine große Anzahl an E-Mails geben, "die Hillary Clintons Kampagne schaden". Trump habe geantwortet: "Das wäre doch großartig." Im Juli 2016 veröffentlichte Wikileaks Tausende E-Mails vom Server der Demokratischen Partei. Cohen sagt, er habe keine direkten Beweise, dass Trump mit der russischen Regierung unter einer Decke gesteckt habe. Er habe aber den Verdacht.

Bezüglich eines möglichen Treffens von Trumps Sohn Donald Trump Jr. mit einer russischen Anwältin sagte Cohen, Trump habe ihm häufig gesagt, sein Sohn würde kein relevantes Treffen selbstständig ansetzen, sondern immer mit seinem Vater Rücksprache halten.

Cohens Marathon im Kongress

Cohen sagt in dieser Woche vor drei Ausschüssen des Kongresses aus. Am Dienstag sprach er bereits über neun Stunden mit dem Geheimdienstausschuss des Senats hinter verschlossenen Türen. Am Donnerstag soll er vor dem entsprechenden Ausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen. Nur die Anhörung vor dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses am Mittwoch ist öffentlich.

Gleich der Auftakt der Anhörung am Mittwoch hatte es in sich. Ein republikanischer Abgeordneter versuchte, die Anhörung in letzter Minute zu verschieben. Der Republikaner Mark Meadows - ein Vertrauter von Trump - argumentierte, den Ausschussmitgliedern seien Cohens Eingangsstatement und andere Dokumente nicht rechtzeitig übergeben worden. Der demokratische Ausschussvorsitzende Elijah Cummings ließ über den Antrag der Republikaner abstimmen, das Komitee lehnte es mit der Mehrheit der Demokraten ab.

Cohen zitiert rassistische Aussagen des Präsidenten

Zum Rassismus-Vorwurf sagte Cohen, Trump habe ihm gesagt, dass Schwarze ihn nie wählen würden, weil sie "zu dumm" seien. Trump habe ihn außerdem gefragt, ob er ein Land kenne, das von einem Schwarzen regiert werde und das kein "Drecksloch" sei. Zu dem Zeitpunkt sei Barack Obama US-Präsident gewesen.

Die Anhörung vor dem US-Kongress läuft zur Stunde noch. Trump und das Weiße Haus sind seit Monaten bemüht, Cohen als Lügner zu diskreditieren. Er steht bei der Anhörung vor dem Kongress unter Eid.

Trumps Ex-Anwalt Cohen sagt vor dem Kongress aus
Sebastian Schreiber, ARD Washington
27.02.2019 17:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Februar 2019 um 18:00 Uhr.

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