Der CNN-Reporter Jim Acosta vor dem Gerichtsgebäude in Washington. | Bildquelle: AFP

Weißes Haus rudert zurück CNN-Reporter Acosta darf bleiben

Stand: 20.11.2018 09:57 Uhr

Der CNN-Journalist Acosta bleibt nun doch dauerhaft im Weißen Haus akkreditiert. Mit der Rückgabe der Zugangsberechtigung verschärfte die Trump-Administration auch die Regeln für Pressekonferenzen.

Das Weiße Haus hat dem CNN-Chefkorrespondenten Jim Acosta seine Akkreditierung endgültig zurückgegeben. Die Entscheidung fiel drei Tage, nachdem ein Gericht in Washington die Trump-Regierung angewiesen hatte, dem Journalisten vorläufig wieder Zugang zum Weißen Haus zu geben, bis ein Gericht über den Fall geurteilt hat.

Gleichzeitig änderte das Weiße Haus die Verhaltensrichtlinien für künftige Pressekonferenzen. Jeder Reporter müsse das Mikrofon abgeben, wenn der Präsident keine Nachfragen erlaube. Wer sich nicht daran halte, riskiere den Entzug der Zugangsberechtigung, schrieben Trump-Sprecherin Sarah Sanders und Kommunikationsdirektor Bill Shine in einem Brief an Acosta.

Der Verband der Korrespondenten im Weißen Haus (WHCA) begrüßte die Rückgabe der Akkreditierung an Acosta. Gleichzeitig zeigte sich ein Sprecher verwundert über die neuen Regeln. "Solange es Pressekonferenz im Weißen Haus gibt, haben Reporter Nachfragen gestellt", sagte WHCA-Präsident Olivier Knox. "Wir erwarten voll und ganz, dass diese Tradition anhält."

Streit bei Pressekonferenz

Als Grund für Acostas Ausschluss hatte das Weiße Haus das Verhalten des Reporters bei der Pressekonferenz vom 7. November angeführt. Bei dem Termin hatte sich Acosta mit Trump gestritten und eine Praktikantin am Arm berührt, als diese dem CNN-Mitarbeiter das Mikrofon wegnehmen wollte.

Der Sender wollte die Verbannung seines Chefkorrespondenten nicht hinnehmen und beantragte per einstweiliger Verfügung, Acosta sofort wieder Zutritt zu Pressekonferenzen und anderen Veranstaltungen im Machtzentrum der USA zu gewähren, bis der Rechtsstreit endgültig entschieden ist.

Eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses versucht, Acosta das Mikrofon wegzunehmen | Bildquelle: REUTERS
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Trump wollte Acosta bei der Pressekonferenz das Wort entziehen lassen.

Nach der Rückgabe der Akkreditierung zeigte sich CNN zufrieden. Ein weiterer Gerichtsprozess sei nicht nötig, teilte der Sender mit. "Wir freuen uns, weiter über das Weiße Haus zu berichten", sagte ein Sprecher.

Etliche Nachrichtenhäuser hatten sich solidarisch mit Acosta gezeigt. Allerdings ist er in der Medienwelt nicht ganz unumstritten. Etliche Kritiker monieren etwa, dass der Reporter bisweilen eher darauf erpicht sei, einen Standpunkt zu vertreten als eine Frage zu stellen.

Streit mit CNN: Weißes Haus gibt nach, verschärft aber Regeln
Martin Ganslmeier, NDR Washington
20.11.2018 07:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. November 2018 um 06:00 Uhr.

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