Der CNN-Korrespondent Jim Acosta spricht vor Pressevertretern | Bildquelle: REUTERS

Streit um Akkreditierung CNN-Reporter darf wieder ins Weiße Haus

Stand: 16.11.2018 17:19 Uhr

Der CNN-Reporter Acosta darf vorerst wieder aus dem Weißen Haus berichten. Ein Bundesrichter sah den Entzug seiner Akkreditierung als nicht rechtmäßig an. Vorbei ist der Rechtsstreit aber noch nicht.

Im Rechtsstreit um die Akkreditierung seines Reporters Jim Acosta hat sich der TV-Sender CNN zunächst gegen das Weiße Haus durchgesetzt. Acosta muss mit sofortiger Wirkung wieder zu Pressekonferenzen und anderen Terminen zugelassen werden, entschied US-Bundesrichter Timothy Kelly.

Ebenfalls per Tweet dankte CNN in eigenem sowie im Namen seines Korrespondenten für diese Entscheidung und jedem, der eine "freie, starke und unabhängige" Presse unterstützt habe.

Heftiger Streit zwischen Acosta und Trump

Hintergrund der Entscheidung ist ein Streit zwischen Acosta und US-Präsident Trump. Mitte vergangener Woche hatte der Journalist Trump während einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu seiner teils harten Rhetorik über die Flüchtlingstreks befragt, die sich aus Mittelamerika in Richtung USA auf den Weg gemacht haben. Als Trump Acosta aufforderte, das Mikrofon an einen anderen Teilnehmer weiterzugeben, weigerte sich der Reporter. Trump bezeichnete Acosta daraufhin unter anderem als "Volksfeind".

Als offizielle Erklärung für den Entzug des Presseausweises führte das Weiße Haus später an, Acosta habe eine Praktikantin des Weißen Hauses angefasst. Die junge Frau hatte Acosta das Mikrofon abnehmen wollen.

Wurde Video manipuliert?

Ein veröffentlichtes Video zeigte, wie Acosta beim Absenken seines Arms den der Praktikantin berührt. Für zusätzliche Kritik sorgte eine Debatte, dass Trumps Sprecherin, Sarah Sanders, eine manipulierte Version des Videos verbreitet habe, durch die die Berührung in härterem Maße erscheint.

CNN hatte gegen den Entzug der Akkreditierung eine einstweilige Verfügung eingereicht, mit der Begründung, die Suspendierung des Chefkorrespondenten sei "unrechtmäßig" und verstoße gegen die Pressefreiheit. Zudem klagte der Sender gegen Trump und mehrere Regierungsmitarbeiter. In dieser Klage steht die richterliche Entscheidung noch aus.

Weißes Haus muss CNN-Reporter Akkreditierung zurückgeben
Martina Buttler ARD Washington
16.11.2018 18:23 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 16. November 2018 um 17:04 Uhr.

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