FBI-Chef James Comey | Bildquelle: AP

Clintons E-Mail-Affäre FBI-Chef verteidigt Vorgehen

Stand: 03.05.2017 22:19 Uhr

Hat das FBI die Präsidentschaftswahl in den USA beeinflusst, indem kurz vorher neue Ermittlungen wegen Clintons E-Mail-Affäre bekannt wurden? Bei dem Gedanken werde FBI-Chef Comey "leicht übel". Doch einen Fehler will er nicht einräumen.

Für die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ist klar: Das FBI trägt mit Schuld daran, dass nicht sie sondern Donald Trump heute im Weißen Haus sitzt. Hätte die Behörde nicht kurz vor der Wahl bekannt gegeben, weitere Ermittlungen in der E-Mail-Affäre aufzunehmen, die Clinton belastete, dann wäre die Wahl wohl anders ausgegangen.

Im Interview mit CNN-Journalistin Christiane Amanpour griff Clinton den FBI-Chef James Comey direkt an: "Ich war dabei, zu gewinnen, bis Comey seinen Brief geschrieben hat und es die Veröffentlichungen des russischen Wikileaks gab. Leute, die mich wählen wollten, wurden abgeschreckt."

FBI-Chef James Comey | Bildquelle: AP
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FBI-Chef James Comey

Verschweigen wäre "katastrophal" gewesen

Doch diesen Vorwurf lässt Comey nicht auf sich sitzen. Im Justizausschuss des US-Senats bestritt er ein Fehlverhalten. Ja, es sei eine schwierige Entscheidung gewesen - entweder die neuen Ermittlungen verheimlichen oder die Senatoren informieren. Doch Comey beharrte darauf: "Es zu verschweigen, wäre aus meiner Sicht katastrophal gewesen."

Brief von FBI-Direktor Comey an den Kongress | Bildquelle: AP
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FBI-Chef Comey informierte die Senatoren per Brief über die neuen Ermittlungen in der E-Mail-Affäre

Am 27. Oktober wurden die neuen Ermittlungen bekannt, weil weitere E-Mails aufgetaucht waren. Clinton stand in der Kritik, weil sie in ihrer Zeit als US-Außenministerin Tausende dienstliche Mails von ihrem privaten Server aus verschickt oder darüber empfangen haben soll. Nur wenige Tage später gab das FBI bekannt, dass auch die neuen Nachrichten keinen Anlass bieten, um ein Strafverfahren gegen Clinton einzuleiten. Möglicherweise könnte der neue Wirbel um das brisante Thema Clinton im Wahlkampf-Endspurt aber wichtige Stimmen gekostet haben.

Wahl doch beeinflusst? "Bei dem Gedanken wird mir übel"

Die Demokraten werfen dem FBI zudem vor, mit zweierlei Maß gemessen zu haben. Denn zur selben Zeit ermittelte die Behörde bereits gegen Mitarbeiter des Trump-Teams wegen möglicher Verbindungen zur russischen Regierung. Davon machte das FBI aber vor Amtsantritt des neuen Präsidenten nichts bekannt.

Auch diese Kritik wies Comey zurück. Aber er räumte ein: "Mir wird leicht übel bei dem Gedanken, dass wir eine gewisse Auswirkung auf die Wahl gehabt haben könnten."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Mai 2017 um 05:25 Uhr

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