"Ocean Cleanup" im Pazifik | Bildquelle: dpa

Plastikmüll-Fänger im Pazifik Vorläufiges Aus für "Ocean Cleanup"

Stand: 02.01.2019 15:59 Uhr

Im Oktober ging "Ocean Cleanup" an den Start: ein Hunderte Meter langer Müll-Fänger, der das Meer von Plastik säubern soll. Nun ist das Projekt vorerst gestoppt - die Anlage muss beschädigt an Land gebracht werden.

Drei Monate befand er sich im Pazifik, um Plastikteile einzufangen - nun muss der Müll-Fänger "The Ocean Cleanup" beschädigt wieder an Land geschleppt werden. Ein 18 Meter langes Endstück habe sich von der Anlage gelöst, teilte ein Sprecher des Projekts mit. Sobald die Wetterbedingungen es zuließen, werde das System an Land gebracht.

Als Ursache für den Schaden wird Materialermüdung und starke örtliche Beanspruchung vermutet. Der Müll-Fänger liege stabil im Wasser. Für die Besatzung des Begleitschiffes, die Umwelt sowie den Schiffsverkehr gebe es kein Sicherheitsrisiko, hieß es.

Schon früher Probleme

Am 17. Oktober hatte das Projekt begonnen. Die Anlage war im September aus der Bucht von San Francisco in den Pazifik zum Great Pacific Garbage Patch (Deutsch: Großer Pazifikmüllfleck) geschleppt worden. Bei diesem Strömungswirbel sollen sich nach Schätzungen von Wissenschaftlern 1,8 Billionen Plastikteile sammeln.

Bisher hat der Müll-Fänger aber nicht gut funktioniert. Im Dezember teilte die Initiative mit, dass die Anlage das eingesammelte Plastik nicht festhalten konnte. Nun soll bei der Reparatur die Anlage auch so angepasst werden, dass das Problem gelöst werde. "Wir wissen noch nicht, wie lange das alles dauern wird", sagte Sprecher Jan van Ewijk.

Das Projekt wurde bereits vor Jahren ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Weltmeere von den gigantischen Plastik-Müllansammlungen zu befreien. Die Anlage besteht aus einer 600 Meter langen Röhre in U-Form. Daran ist ein drei Meter langer Vorhang befestigt, der den Müll in dem U festhalten soll. Der Plastikmüll soll von Schiffen abgeholt und zur weiteren Verarbeitung an Land gebracht werden. Es ist noch nicht entschieden, ob die Anlage zur Reparatur nach San Francisco oder nach Honolulu gebracht wird.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Januar 2019 um 16:15 Uhr.

Darstellung: