Larvenroller werden auf einem Fleischmarkt für Wildtiere in Guangzhou (China) angeboten.  | Bildquelle: picture-alliance / dpa/dpaweb

Wildtierzucht in China Kräuter statt Katzen

Stand: 19.05.2020 16:31 Uhr

Verzehr und Handel mit Wildtieren sind in China seit der Corona-Pandemie verboten. Nun bieten zwei Provinzen Zuchtbetrieben Prämien für den kompletten Ausstieg an. Eine Alternative haben sie auch im Blick.

Wo das Coronavirus seinen Ursprung nahm, ist zwischen den USA und China eine zunehmend aggressiv geführte Streitfrage. Ungeachtet dessen bleibt in der Volksrepublik der Handel mit und Verzehr von Wildtieren verboten. Ein Wildtiermarkt in Wuhan gilt international als ein möglicher Ursprungsort der Pandemie.

Nun bieten zwei Provinzen Zuchtbetrieben eine Entschädigung für den Verzicht auf Haltung und Verkauf wilder Tiere. Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur China News berichtet, lobt die Provinz Hunan Entschädigungszahlungen für insgesamt 14 Wildtierarten aus, die sich in der Höhe nach der jeweiligen Spezies richten.

So sollen die Haltern von Bambusratten 75 Yuan (umgerechnet 9,70 Euro) pro Kilogramm und den Haltern von Zibetkatzen 600 Yuan (77 Euro) pro Tier erhalten. In der benachbarten Provinz Jiangxi soll es nach dem Bericht einer Regionalzeitung, aus dem die Nachrichtenagentur AFP zitiert, einen Unterstützungsfonds für Umstellungswillige geben.

China, Qinzhou: Ein Landwirt hält zwei Bambusratten in der Hand | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Ein Züchter zeigt zwei Bambusratten auf einer Farm in Qinzhou (China).

Bislang ein Millionengeschäft

Allein in Jiangxi soll es mehr als 2300 Betriebe geben, die Wildtiere für den menschlichen Verzehr aufziehen. Die Tiere seien etwa 200 Millionen Euro wert.

Laut China News hat die Provinz Hunan auch genaue Vorstellungen, was mit den Tieren geschehen soll. Sie sollen entweder in entlegenen Gebieten ausgewildert werden, für die wissenschaftliche und medizinische Forschung verwendet oder aber verbrannt oder tief in der Erde vergraben werden.

Die Tierschutzorganisation Human Society International, die ebenfalls von den Angeboten berichtet, schreibt, die Farmen sollten stattdessen auf die Zucht anderer Tierarten wie Schweine oder Hühner umsteigen. Eine Alternative sei auch der Anbau von Früchten, Gemüse oder Kräutern.

Hunan und Jiangxi grenzen an die Provinz Hubei, deren Hauptstadt Wuhan ist.

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