Eine Statue mit Kreuz steht am 12.08.2014 am Eingang zur Südkathedrale in Peking.  | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ernennung von Bischöfen China und Vatikan schließen Abkommen

Stand: 22.09.2018 14:06 Uhr

Die Ernennung von Bischöfen hatte seit Jahrzehnten zu Spannungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Peking geführt. Nun gibt es eine "vorläufige" Einigung zwischen China und dem Vatikan.

Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Das Abkommen wird in einer offiziellen Erklärung als "provisorisch" bezeichnet, es soll laufend evaluiert werden - und ist dennoch eine Revolution.

Bischofsweihe in China, 2006. | Bildquelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb
galerie

Die Ernennung von Bischöfen in China hatte immer wieder für Spannungen mit dem Vatikan gesorgt

1951 hatte die kommunistische Volksrepublik China die Beziehungen zum Heiligen Stuhl abgebrochen. Seitdem war unter anderem die Frage der Ernennung von Bischöfen ungeklärt und hatte immer wieder für Spannungen gesorgt.

Ziel sei es nun, heißt es aus dem Vatikan, Bischöfe zu ernennen, die "sowohl in Einheit mit der Gesamtkirche stehen, als auch von den Autoritäten des Landes anerkannt werden."

"Der Anfang eines Prozesses"

Vatikansprecher Greg Burke erklärte, dies sei nicht das Ende eines Prozesses, es sei der Anfang. Hier ginge es um Dialog, geduldiges Zuhören auf beiden Seiten, auch wenn Menschen von sehr unterschiedlichen Standpunkten kommen würden. Das Ziel des Abkommens sei nicht politisch, sondern pastoral - indem den Gläubigen gestattet würde, Bischöfe zu haben, die in Einheit mit Rom seien und gleichzeitig von der Obrigkeit in China anerkannt.

Bisher Bischofs-Ernennung ohne Bestätigung aus Rom

In der Vergangenheit hatte die Regierung Chinas die Ernennung von Bischöfen aus Rom als Einmischung in innere Angelegenheiten des Landes bezeichnet. Seit 1957 waren in China immer wieder Bischöfe ohne päpstliche Bestätigung ernannt worden. 

Der Text des Abkommens wurde nicht veröffentlicht. Laut Medienberichten sollen Bischöfe in China aber in Zukunft auf lokaler Ebene, aufgrund von Vorschlägen staatlicher Behörden gewählt werden. Das Ergebnis soll dann von den Behörden nach Rom weitergeleitet werden, wo die Wahl bestätigt werden muss. Legt Rom sein Veto ein, soll demnach nach einem neuen Kandidaten gesucht werden.

In den letzten Monaten war es zu einer sukzessiven Annäherung zwischen China und dem Heiligen Stuhl gekommen. Das Abkommen, so heißt es aus dem Vatikan, schafft die Voraussetzungen für eine breitere Zusammenarbeit auf bilateraler Ebene.

Heiliger Stuhl und China schließen historisches Abkommen
Jan-Christoph Kitzler, ARD Rom
22.09.2018 13:33 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 22. September 2018 um 17:12 Uhr.

Darstellung: