Chinesische Einheiten um die Spratly-Inseln. | Bildquelle: REUTERS

Aufrüstung auf den Spratly-Inseln USA drohen China mit Konsequenzen

Stand: 04.05.2018 11:07 Uhr

Rüstet China im Streit um die Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer auf? Genau das befürchten die USA: Sollte Peking Raketen auf den Spratly-Inseln stationiert haben, würde das nicht ohne Folgen bleiben.

Den USA ist die mutmaßliche Aufrüstung Chinas im Südchinesischen Meer ein Dorn im Auge. Der US-Sender CNBC hatte unter Berufung auf den amerikanischen Geheimdienst berichtet, Peking habe auf den Spratly-Inseln Raketen und Marschflugkörper stationiert. Das Weiße Haus kündigte daraufhin "kurz- und langfristige Maßnahmen" als mögliche Reaktion an.

Welche Schritte die USA ergreifen wollen, ließ die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, jedoch offen. Die US-Regierung sei sich der "Militarisierung Chinas im Südchinesischen Meer" aber sehr wohl bewusst.

Erstmals Raketen auf den Spratlys?

Dem CNBC-Bericht zufolge soll China im Laufe des vergangenen Monats Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern und Raketen mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern auf die Inseln gebracht haben. Zudem habe die chinesische Regierung Ausrüstung in das Gebiet gebracht, mit dem gegnerischer Funkverkehr gestört werden könne. Sollte der Bericht stimmen, wäre es die erste Raketenstationierung auf den Spratlys.

Dauerstreit um Gebietsansprüche

Der Konflikt um das Südchinesische Meer dauert seit mehreren Jahren an. Mehrere Länder beanspruchen das rohstoffreiche Gebiet, durch das wichtige Schifffahrtsrouten verlaufen. China erhebt Ansprüche auf etwa 80 Prozent des Meergebietes. Diese wurden 2016 zwar von dem internationalen Schiedsgerichtshof in Den Haag für ungültig erklärt. China erkennt das Urteil bis heute jedoch nicht an.

Annäherung im Handelsstreit?

Das Verhältnis zwischen China und den USA wird derzeit zusätzlich durch Streitigkeiten in Handelsfragen belastet. US-Präsident Donald Trump hatte der chinesischen Regierung wiederholt vorgeworfen, ein unfairer Handelspartner zu sein und ihr sogar Diebstahl des geistigen Eigentums vorgeworfen. Zuletzt hatte sich der Konflikt aufgrund der von den USA verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium verschärft.

Delegationen beider Länder haben in Peking beraten, wie man sich in Handelsaspekten annähern könnte. An dem Treffen nahmen neben US-Finanzminister Steven Mnuchin auch US-Handelsminister Wilbur Ross, der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer, Handelsberater Peter Navarro und auf chinesischer Seite der Wirtschaftsberater von Präsident Xi Jinping, Vize-Ministerpräsident Liu He, sowie andere chinesische Vertreter teil. Dabei wurden laut der Nachrichtenagentur Xinhua einige Kompromisse erzielt, einige Fragen bleiben jedoch weiterhin strittig. Die Gespräche seien insgesamt effizient und konstruktiv verlaufen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Mai 2018 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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