Donald Trump | Bildquelle: dpa

Öllieferung an Nordkorea? Trump will China ertappt haben

Stand: 29.12.2017 09:48 Uhr

Schwere Vorwürfe vom US-Präsidenten: China sei auf frischer Tat ertappt worden, Öllieferungen an Nordkorea zu ermöglichen. Einen Beweis nannte Trump aber nicht - und China widerspricht. Südkorea hält laut eigenen Angaben einen unter Hongkong-Flagge fahrenden Frachter fest.

US-Präsident Donald Trump hat China vorgeworfen, die Bemühungen zur Entschärfung des Nordkorea-Konfliktes zu untergraben, indem es unzulässige Öllieferungen in das abgeschottete Land lässt. China sei auf frischer Tat ertappt worden, wie es zulasse, dass Öl nach Nordkorea gelange, twitterte Trump. "Es wird niemals eine freundschaftliche Lösung des Nordkorea-Problems geben, wenn so etwas weiterhin passiert."

Trump nannte keine Beweise für seinen Vorwurf. Er bezog sich dabei aber offensichtlich auf einen Medienbericht, wonach chinesische Schiffe auf hoher See Öl an nordkoreanische Frachter verkauft haben sollen. Die südkoreanische Zeitung "Chosun Ilbo" hatte am Dienstag berichtet, dass es seit Oktober rund 30 solcher Vorfälle gegeben habe. Dies gehe aus Satellitenbildern hervor. Die Zeitung berief sich dabei auf südkoreanische Regierungskreise. Der Sender Fox News und andere US-Medien griffen den Bericht auf.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Caught RED HANDED - very disappointed that China is allowing oil to go into North Korea. There will never be a friendly solution to the North Korea problem if this continues to happen!

Südkorea hält Schiff aus Hongkong fest

Das südkoreanische Außenministerium teilte mit, man habe ein in Hongkong registriertes Schiff vorübergehend beschlagnahmt, das trotz der internationalen Sanktionen Öl an Nordkorea geliefert haben soll. Der von einer taiwanischen Firma gecharterte Frachter sollte demnach eigentlich mit 600 Tonnen Ölprodukten über Südkorea nach Taiwan fahren. Er sei im südkoreanischen Hafen Yeosu mit japanischem raffinierten Öl beladen worden. Dann sei das Öl aber in internationalen Gewässern auf das nordkoreanische Schiff "Sam Jong 2" umgeladen worden. Bei der Rückkehr habe der südkoreanische Zoll das Schiff dann durchsucht.

"Das ist ein typischer Fall, wie Nordkorea geschickt die Sanktionen des UN-Sicherheitsrates umgeht, indem es seine illegalen Netzwerke nutzt", sagte ein Ministeriumssprecher. Derartige Aktionen würden künftig dem UN-Sicherheitsrat gemeldet.

Südkorea habe Geheimdienstinformationen über das illegale Geschäft bereits mit den USA geteilt. Die "Sam Jong 2" gehört zu den vier nordkoreanischen Schiffen, denen am Donnerstag im Rahmen der UN-Sanktionen international die Einfahrt in Häfen verboten wurde - weil es Güter transportieren oder transportiert haben soll, die unter die Sanktionen fallen, wie Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP laut deren Angabe sagten.

Der Hongkonger Frachter "Lighthouse Winmore" im südkoreanischen Hafen Yeosu | Bildquelle: AP
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Südkorea hält den Hongkonger Frachter "Lighthouse Winmore" im Hafen Yeosu fest.

China weist Vorwurf zurück

Das chinesische Außenministerium hatte bereits gestern erklärt, man halte sich strikt und vollständig an die UN-Handelsbeschränkungen, die Nordkorea von der Weiterentwicklung seiner Atom- und Raketentechnologie abhalten sollen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte im September eine Resolution verabschiedet, die den Mitgliedsstaaten den Handel mit Nordkorea von Schiff zu Schiff verbietet. In der jüngsten Resolution des Sicherheitsrates vom vergangenen Freitag werden zudem die Lieferungen von Mineralölerzeugnissen wie Benzin, Diesel und Schweröl an Nordkorea weiter begrenzt. Statt der ursprünglich ab 1. Januar 2018 erlaubten zwei Millionen Barrel jährlich sind damit nur noch 500.000 Barrel dieser Erzeugnisse pro Jahr erlaubt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Dezember 2017 u.a. um 05:30 und 09:00 Uhr.

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