Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen | Bildquelle: RITCHIE B TONGO/EPA-EFE/REX

Drohungen von China Taiwan fordert Unterstützung

Stand: 05.01.2019 13:17 Uhr

Der Ton zwischen China und Taiwan verschärft sich weiter. Nachdem Peking mit einer gewaltsamen Wiedervereinigung drohte, fordern die taiwanesische Präsidentin Tsai die Verbündeten zur Solidarität auf.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen hat angesichts chinesischer Drohungen mehr internationale Unterstützung zur Verteidigung von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten auf der Insel verlangt. "Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft die Lage ernst nimmt und uns hilft", sagte sie. Zugleich bekräftigte sie die Entschlossenheit der Bevölkerung, die Freiheit Taiwans zu verteidigen.

Chinas Präsident Xi spricht während einer Pressekonferenz in der "Großen Halle des Volkes" in Peking. | Bildquelle: AFP
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Chinas Präsident Xi drohte am Mittwoch, die Wiedervereinigung mit Taiwan notfalls auch mit Gewalt zu erzwingen.

"Welches Land ist als nächstes dran?"

Chinas Präsident Xi Jinping hatte in einer Rede am Mittwoch gesagt, er wolle die "Wiedervereinigung" Chinas notfalls auch mit Gewalt erzwingen. Die "unvermeidliche" Wiedervereinigung werde gemäß der Formel "Ein Land, zwei Systeme" erfolgen. Unter diesem Motto war die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong 1997 an China zurückgegeben worden.

Tsai sagte, dass Taiwan dieses Prinzip niemals akzeptieren werde. Die neuen Drohungen Chinas brächten globale Werte der Demokratie in Gefahr. "Wenn sich die internationale Gemeinschaft nicht für Taiwan stark macht, eine Demokratie unter chinesischer Bedrohung, dann möchten wir fragen, welches Land als nächstes dran ist", sagte Tsai.

"Gezielte Kampagne" gegen die Demokratie

Tsai beschuldigte China auch, die Demokratie auf der Insel zu untergraben. Peking führe eine "gezielte Kampagne" gegen Taiwan, sagte sie. Das zeige sich auch in Chinas Absicht, Verhandlungen mit taiwanischen Oppositionsparteien statt mit der Regierung aufzunehmen. Es gehe Peking darum, "unseren demokratischen Prozess umzukehren und unsere Gesellschaft zu spalten", sagte die Präsidentin.

Der Streit um den Status Taiwans geht auf den Bürgerkrieg in China zurück. Nach ihrer Niederlage gegen Maos Kommunisten flüchteten die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang nach Taiwan und errichteten dort ein prowestliches Regime, das sich später demokratisierte. Seit Gründung der Volksrepublik China 1949 betrachtet Peking die Inselrepublik Taiwan als eigenes Territorium und drohte immer wieder mit einer Rückeroberung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Januar 2019 um 17:00 Uhr.

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