Start der  Langer-Marsch-5B-Y2-Rakete  | VIA REUTERS

Trägerrakete "Langer Marsch 5B" China sieht keine Gefahr durch Trümmer

Stand: 07.05.2021 16:03 Uhr

Vermutlich an diesem Wochenende soll eine 20 Tonnen schwere chinesische Raketenstufe unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintreten. Experten warnen vor möglichen Trümmerteilen. Doch China weist die Sorgen zurück.

Von Ruth Kirchner, ARD-Studio Peking

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking sagte, die meisten Trümmerteile der Rakete würden beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen und daher vermutlich keinen Schaden anrichten. In chinesischen Staatsmedien wurde berichtet, Bruchstücke der Rakete dürften wahrscheinlich in internationalen Gewässern landen. Die Menschen müssten sich keine Sorgen machen, hieß es unter Verweis auf chinesische Raumfahrtexperten.

Ruth Kirchner ARD-Studio Peking

Warnung vor dem Raketen-Segment

Letzte Woche hatte die Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 5B" das Kernmodul "Tian He" oder "Himmlische Harmonie" der geplanten chinesischen Raumstation ins All gebracht.

Westliche Raumfahrexperten warnten in den vergangenen Tagen vor einem unkontrollierten Wiedereintritt der Hauptraketenstufe in die Atmosphäre - voraussichtlich am Wochenende. Auch das amerikanische Verteidigungsministerium äußerte sich besorgt. Wegen des unkontrollierten Absinkens des rund 20 Tonnen schweren Raketen-Segments sei es fast unmöglich, eine genaue Absturzstelle zu berechnen. Bei der Europäischen Raumfahrtagentur ESA hieß es diese Woche, die Risikozone umfasse auch Teile von Südeuropa.

China: "Westlicher Hype"

In der englischsprachigen "Global Times" wurden chinesische Experten mit den Worten zitiert, dass Reste von Raketen zur Erde zurückfielen, sei in der "Luft- und Raumfahrt üblich". Die Warnungen seien daher nichts anderes als "westlicher Hype" und ein "alter Trick feindlicher Mächte" aus Sorge vor Chinas schnellen Fortschritten auf dem Gebiet der Raumfahrttechnik.

Es ist nicht das erste Mal, dass chinesische Raumfahrttrümmer für Schlagzeilen sorgen. Nach dem ersten Flug des neuen chinesischen Raketentyps Langer Marsch 5B vor einem Jahr waren Trümmer in der westafrikanischen Elfenbeinküste niedergegangen. Laut Medienberichten wurden dabei Häuser beschädigt. Vor drei Jahren war das chinesische Raumlabor Tiangong 1 unkontrolliert in den Südpazifik gestürzt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Mai 2021 um 14:48 Uhr.