Ostereier in China

China Die total verrückte Eier-Nation

Stand: 14.04.2017 15:59 Uhr

Europäer verbinden mit chinesischer Küche meist Reis, Soja Sauce und Schwein süß-sauer. Doch weit gefehlt. Enten-Eier, Wachtel-Eier, tausendjährige Eier - das Ei ist in China allgegenwärtig.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Egal ob weiß, braun, grün oder gelb, gelegt von Hühnern, Enten, Gänsen oder Wachteln: China ist ein absolut Eier-verrücktes Land. Es gibt sie gekocht, gebraten, geräuchert, fermentiert, süß, gesalzen und scharf. In den zahlreichen Fernseh-Kochshows und auf Internet-Portalen wimmelt es von Eier-Rezepten.

Internet-Köchin Lin Weijie ist berühmt in China. Ihr zufolge sind zum Beispiel Tee-Eier ein sehr altes Gericht. Aber dennoch seien sie immer noch der Klassiker in der chinesischen Frühstückskultur. Die Eier werden in Tee gekocht, danach werden die Schalen angeknackst. Tee-Eier sehen ein bisschen aus wie Soleier, wie man sie in Deutschland kennt.

500 Gramm Eier aus der Tüte

In China leben 1,3 Milliarden Legehennen, sagt Ma Guoxian, Vorsitzender des offiziellen Shanghaier Eier-Verbands. Rein statistisch gesehen kommt also auf jeden Chinesen eine Legehenne. Jeder Chinese isst pro Jahr 17 Kilogramm Eier. Das ist etwas mehr, als in Deutschland pro Kopf gegessen wird.

Die chinesische Statistik zeigt darüber hinaus noch etwas anderes. In China zählt man Eier nicht nach Stück. Stattdessen geht es um Gewicht. Im Tante-Emma-Laden um die Ecke kauft man zum Beispiel keine acht Eier, sondern 500 Gramm Eier, die in eine Tüte kommen und abgewogen werden.

Beim Stichwort Besonderheit lassen sich auch diverse, aus europäischer Sicht ungewöhnliche Eier-Rezepte aufzählen: gesalzene Enteneier zum Beispiel. Die Eier werden so lange in einer starken Lake gelagert, bis das Salz durch die Schale ins Ei gewandert ist. Dann gibt es natürlich die legendären tausendjährigen Eier. Sie werden roh mit einer Mischung aus Kalk, Sichuanpfeffer, Fenchel und Anis bedeckt.

Reiswein, Zimt und Gewürznelken

Lin sagt: "Am wichtigsten ist hier der Kalk. Die Enteneier werden für 20 Tage fest damit umhüllt. Solange dauert der chemische Prozess der Fermentation." Was am Ende rauskommt, sind schwarz-glibbrige Eier mit einem grünlich schimmernden Dotter. Für die meisten europäischen Normal-Ei-Anhänger ist das nicht wirklich appetitlich, aber ein Test lohnt sich. Der Geschmack der tausendjährigen Eier ist am ehesten mit "interessant" zu beschreiben.

Deutlich harmloser und auch viel einfacher zuzubereiten sind die Tee-Eier aus der Internet-Kochshow von Lin Weijie. Sie werden in einer Mischung aus Schwarztee, Soja-Sauce, Sichuan-Pfeffer, Stern-Anis und Zucker gekocht - manche packen auch noch Reiswein, Zimt und Gewürznelken in die Brühe. Das duftet und schmeckt exzellent - übrigens das ganze Jahr über, nicht nur an Ostern.

Nicht nur zu Ostern: China ist die Nummer eins Eier-Nation
S. Wurzel, ARD Shanghai
14.04.2017 16:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2017 um 06:44 Uhr.

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