Chinas Präsident Xi bei Kim in Pjöngjang. | Bildquelle: dpa

Xi bei Kim Schulterschluss in Pjöngjang

Stand: 21.06.2019 10:39 Uhr

China und Nordkorea nähern sich wieder an. Bei dem ersten Besuch eines chinesischen Staatsoberhaupts in Pjöngjang seit 14 Jahren kündigen Xi und Kim an, stärker zusammenarbeiten zu wollen.

Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mit den USA über sein Atomwaffenprogramm hat Nordkorea seine Nähe zu China demonstriert. Machthaber Kim Jong Un habe sich mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über Probleme in der Welt und der Region beraten, berichteten Nordkoreas Staatsmedien.

Beide Seiten seien bei ihrem Treffen am Vortag darin übereingekommen, dass es im gegenseitigen Interesse sei, angesichts "ernsthafter und komplexer Veränderungen in der internationalen und regionalen Situation" die Beziehungen voranzutreiben. Das Treffen habe in "ernster und offener Atmosphäre" stattgefunden, hieß es. Auf die Atomgespräche mit den USA gingen die Berichte allerdings zunächst nicht näher ein.

Erster Besuch seit 14 Jahren

Beim Besuch des chinesischen Präsidenten in dem abgeschotteten Nachbarland hatte Xi am Donnerstag die Regierungen Nordkoreas und der USA zur Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen aufgerufen. Kim habe er dabei gesagt, die internationale Gemeinschaft hoffe generell, dass beide Länder dabei auch Ergebnisse vorlegten, berichtete der chinesische Sender CCTV. Kim sieht dem Bericht zufolge weiter zunächst die USA am Zug. Er habe bisher keine positive Antwort der "entsprechenden Partei" erhalten, wurde Kim zitiert.

Chinas Staatschef Xi bei Kim in Pjöngjang. | Bildquelle: dpa
galerie

Chinas Staatschef Xi bei Kim in Pjöngjang.

Xis Staatsbesuch wurde erst vor drei Tagen angekündigt. Offizieller Anlass ist der 70. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Es ist der erste Staatsbesuch eines chinesischen Staatschefs in Pjöngjang seit 14 Jahren. Xi und Kim hatten sich zuvor vier Mal in China getroffen. China ist Nordkoreas wichtigster Partner. Zuletzt waren die Beziehungen aber abgekühlt, weil Pjöngjangs Atombestrebungen die Stabilität in der Region bedroht hatten. Xis zweitägiger Staatsbesuch in Nordkorea macht die Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden traditionellen Verbündeten deutlich.

Für eine "glänzende Zukunft"

Nach den Gesprächen mit Kim lobte Xi die Beziehungen beider Staaten auch auf einem großen Staatsbankett am Donnerstag, wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Peking sei bereit für eine "glänzende Zukunft" in den bilateralen Beziehungen, sagte Xi demnach. Der Besuch habe "ein neues und großartiges Kapitel" in der Freundschaft zwischen Nordkorea und China aufgeschlagen. Beide Seiten seien sich einig, dass eine politische Lösung der Atomfrage auf der koreanischen Halbinsel ein wichtiges Bestreben sei und an Friedensgesprächen festgehalten werden müssen. 

Kim hatte seinem Gast einen pompösen Empfang bereitet. In der Hauptstadt Pjöngjang begrüßten Hunderttausende Menschen mit Fahnen und Blumen die chinesische Delegation. Inzwischen beendete Xi seinen Besuch beim Nachbarn. Wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, machten sich Xi und seine Delegation auf den Rückweg nach Peking.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

Darstellung: