Chinesische Raumfahrt-Mission China schickt erstmals Bilder vom Mond

Stand: 14.12.2013 16:59 Uhr

Das chinesische Raumschiff "Chang'e 3" ist auf dem Mond gelandet. China ist damit nach den USA und der früheren Sowjetunion das dritte Land der Welt, das eine Mondlandung geschafft hat. Erste Bilder vom Erdtrabanten hat die Sonde bereits gefunkt.

Von Ruth Kirchner, ARD-Hörfunkstudio Peking

Das Raumschiff "Chang'e 3" setzte um 14.12 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf dem Mond auf. Die Landung in der "Bucht der Regenbogen" wurde im Staatsfernsehen live übertragen: Der Sender zeigte Computeranimationen und übertrug die Anweisungen aus dem Raumfahrtzentrum in Peking. Dort brach nach der Landung spontaner Jubel aus. Schon nach wenigen Minuten sendete das Raumschiff die ersten Fotos vom Mond - insgesamt über 50 Bilder allein von der Landung.

China ist damit nach den USA und der früheren Sowjetunion die dritte Nation, der eine Mondlandung gelungen ist. Zuletzt war 1976 eine sowjetische Raumsonde auf dem Mond gelandet. Deshalb findet Chinas Mondmission auch international große Beachtung: "Es ist zwar nicht die erste Mondlandung, dafür aber die erste seit 37 Jahren", sagte der britische Raumfahrtexperte John Zarnecki im chinesischen Staatsfernsehen. "Das ist etwas Besonderes."

Nach der Landung brach im Raumfahrtzentrum in Peking spontaner Jubel aus.
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Nach der Landung brach im Raumfahrtzentrum in Peking spontaner Jubel aus.

Chinas Raumschiff sendete die ersten Fotos von der Mondlandung.
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Chinas Raumschiff "Chang'e 3" funkte bereits die ersten Fotos von der Mondlandung.

Mondfee einer chinesischen Legende

Die "Chang'e 3" - benannt nach der Mondfee einer chinesischen Legende - wird ein Erkundungsfahrzeug aussetzen, das drei Monate lang den Erdtrabanten erforschen soll. Der Rover heißt Yutu - übersetzt der Jadehase. Das goldfarbene Solar-Fahrzeug hat sechs Räder und kann 200 Meter pro Stunde zurücklegen. Es soll Fotos vom Mond schicken und Experimente durchführen.  

"Wir hatten lange keinen Rover auf dem Mond. Die Technologie hat sich in den vergangenen fast 40 Jahren deutlich weiterentwickelt", so Zarnecki. Einige Instrumente werden zwar ähnlich sein, aber sie sind viel empfindlicher, beispielsweise die Kameras.

Konkreter Nutzen der Mondlandung begrenzt

Doch darüber hinaus, räumen chinesische Wissenschaftler ein, sei der konkrete Nutzen einer Mondlandung eher begrenzt. Jiao Weixin ist Raumfahrtexperte an der Universität Peking. Er sagt: "Die Mondmission spiegelt den Forschungswillen der Menschheit wieder. Seit Beginn des Raumfahrtzeitalters haben die Menschen alles Mögliche im All erforscht, aber es waren vor allem die Amerikaner, die Europäer und die Russen. Jetzt ist es an China das Wissen zu erweitern und die Zivilisation voranzubringen."

Die Rakete mit dem Mondfahrzeug "Jade Hase" an Bord startete Anfang Dezember
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Die Rakete mit dem Mondfahrzeug "Jadehase" startete Anfang Dezember.

Ein Modell des Mondfahrzeugs "Jade Hase"
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Ein Modell des chinesischen Mondfahrzeugs "Jadehase".

Und das nationale Ansehen Chinas zu fördern. Im chinesischen Fernsehen war denn auch von einem großen Sprung für das chinesische Raumfahrtprogramm die Rede. Denn für die noch junge Raumfahrernation China ist die Mondlandung ein Meilenstein.

Die Volksrepublik hatte vor zehn Jahren erstmals einen Astronauten ins All geschickt. Und sie hat weitere ambitionierte Pläne: In der Zukunft soll es auch bemannte Mondmissionen geben. Außerdem ist bis 2020 der Bau einer eigenen Raumstation geplant.

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