Der chinesische Rover "Jadehase 2" auf dem Mond | Bildquelle: CNSA/HANDOUT/EPA-EFE/REX

"Yutu 2" China zeigt Bilder von der Mondrückseite

Stand: 11.01.2019 13:08 Uhr

Die chinesische Raumfahrbehörde hat erstmals Bilder seiner Mission auf der Mondrückseite gezeigt. Die Aufnahmen zeigen den Mondrover "Yutu 2". Ihre Übertragung gelang ohne direkte Funkverbindung zur Erde.

"Der Mittagsschlaf ist vorbei, aufwachen und bewegen", schrieb der unter dem Namen des Mond-Fahrzeugs "Yutu 2" betriebene Account auf dem chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo am Donnerstag - nur einen Tag später gibt es Neuigkeiten: Erstmals zeigte das Staatsfernsehen Aufnahmen von der Rückseite des Mondes.

Gezeigt wurde unter anderem eine aus 80 Fotos zusammengesetzte 360-Grad-Panoramaaufnahme aus einer Kamera der Landesonde und ein zwölfminütiges Video der Landung.

Die Bilder zeigen "Yutu 2" und die Raumsonde "Chang'e 4" in einer Kraterlandschaft. Die felsige Oberfläche mit schartigen Kratern stelle die Kontrolleure, die den Mondrover "Yutu 2" steuern, vor eine große Herausforderung, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Eine Sequenz zeigt, wie "Yutu 2" Hindernissen ausweicht.

Die Rückseite des Mondes - Aufnahme der chinesischen Mission (unkommentiert)
11.01.2019

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Raumfahrtbehörde: "Totaler Erfolg"

Die erdabgewandte Seite des Mondes ist schon von mehreren Sonden fotografiert worden, allerdings nur von einer Umlaufbahn aus. China ist aber am 3. Januar erstmals eine Landung auf der Rückseite des Mondes gelungen.

Das automatische Fahrzeug "Yutu 2", übersetzt "Jadehase 2", wurde zunächst in einen mehrtägigen Standby-Modus versetzt, um ihn vor Beschädigungen durch die hohen Temperaturen auf der Oberfläche zu schützen. Einen Tag später hat das 140 Kilogramm schwere Gefährt seine Aktivitäten aufgenommen. Es soll dort das Terrain erforschen und wissenschaftliche Experimente vornehmen - unter anderem probeweise Kartoffeln und andere Pflanzen anbauen.

Chinas Raumfahrbehörde bezeichnete den Empfang der Fotos als "totalen Erfolg", da sie zeigten, dass sich "Yutu 2" vom Landegerät entferne.

Übertragung durch die "Elsterbrücke"

Die Übertragung der Bilder ist technisch anspruchsvoll, da von der Mondrückseite keine direkte Funkverbindung möglich ist. Die chinesische Raumfahrt hatte deshalb den Satelliten "Queqiao", die "Elsterbrücke", in die Umlaufbahn des Mondes geschossen. Von dort übermittelt er Daten und Kommandos zwischen der Mondsonde und der Erde.

In das militärisch organisierte Raumfahrtprogramm investiert die Volksrepublik China Milliardensummen. Ziel ist, bis 2021 eine wiederverwendbare Trägerrakete zu entwickeln, die mehr Fracht als die NASA und das private Raumfahrtunternehmen SpaceX transportieren kann.

Außerdem will China einen Stützpunkt auf dem Mond errichten, bis 2022 eine bemannte Raumstation schaffen und ein Mars-Fahrzeug entwickeln.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

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