Kinder in Peking. | Bildquelle: AP

Demographischer Wandel Geburtenrate in China sinkt erneut

Stand: 22.03.2019 11:06 Uhr

Die langjährige Ein-Kind-Politik droht China zum demographischen Verhängnis zu werden: Die Gesellschaft überaltert rasant. 2018 ist die Geburtenrate das zweite Jahr in Folge gesunken.

In China kommen immer weniger Kinder zur Welt: Vergangenes Jahr ist die Geburtenrate zum zweiten Mal gesunken, wie die amtliche Zeitung "China Daily" berichtete. Insgesamt kamen 2018 dem Nationalen Statistikamt zufolge 15,23 Millionen Chinesen zur Welt - zwei Millionen weniger als im Vorjahr.

Die Hauptstadt Peking verzeichnete demzufolge nur noch 8,24 Geburten pro 1000 Einwohner. In der Wirtschaftsmetropole sankt die Zahl auf 7,2 Geburten pro 1000 Einwohner.

Prognose: Bevölkerungswachstum kippt 2029

Versuchte die chinesische Regierung jahrzehntelang, durch die Ein-Kind-Politik das Wachstum der Bevölkerung einzudämmen, hat sie nun mit den Folgen zu kämpfen: Denn obwohl Paare seit 2016 zwei Kinder bekommen dürfen, entscheiden sie sich offenbar nur selten dafür. Demographen vermuten steigenden Wohlstand und die befürchteten Kosten für eine Familie hinter dem Langzeittrend.

Derzeit umfasst die Volksrepublik China 1,38 Milliarden Einwohner. Experten gehen davon aus, dass sie bis 2029 auf etwa 1,49 Milliarden Menschen ansteigen, danach aber unaufhaltsam schrumpfen wird. In der Konsequenz müssen immer weniger Arbeitskräfte die Altersversorgung der Über-60-Jährigen gewährleisten, was das Gesundheits- und Sozialsystem ebenso hemmen könnte wie das Wirtschaftswachstum.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Dezember 2018 um 09:53 Uhr und am 21. Januar 2019 um 12:30 Uhr.

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