Fußballnachwuchs in Peking | Bildquelle: dpa

Nachwuchsförderung China plant 50.000 Fußball-Akademien

Stand: 22.02.2017 11:10 Uhr

Spektakuläre Transfers, Milliarden-Investitionen und Fußball als Schulfach. Mit aller Macht versucht China, den Fußball im Land voranzubringen. Bislang mit mäßigem Erfolg. Nun will der chinesische Fußballverband 50.000 Schulen für Nachwuchsspieler aufbauen.

Kaum eine Sportart begeistert Chinesen so sehr wie Fußball, doch in kaum einer Sportart hinkt das Land so hinterher. Auf Platz 86 der FIFA-Weltrangliste befindet sich die Volksrepublik derzeit. Auch spektakuläre Transfers - wie der von Carlos Tevez nach Shanghai - haben den Fußball bislang nicht weitergebracht. Zudem schadeten Korruptionsskandale in den vergangenen Jahren dem Ansehen des chinesischen Fußballs.

Der Traum von internationaler Bedeutung

Der Fußballverband des Landes will den Sport nun endlich zum Durchbruch verhelfen und setzt dabei verstärkt auf Jugendarbeit. 50.000 Fußballschulen für Nachwuchsspieler im ganzen Land sollen aufgebaut werden - bis 2025. Diese Zahl nannte Verbands-Vizepräsident Wang Dengfeng nach Angaben staatlicher chinesischer Medien. Bislang war von 20.000 Fußballschulen bis 2020 die Rede gewesen, mit denen die aufstrebende Sportmacht auch im internationalen Fußball zu einer neuen Größe aufsteigen möchte.

In jeder Schule sollten durchschnittlich 1000 junge Spieler ausgebildet werden, sagte Wang. "Das ist ein solider Weg, um Talente auszuwählen. Den chinesischen Fußball besser zu machen, ist nicht länger nur ein Traum", wird Wang auf der Internetseite der Zeitung "People's Daily" zitiert.

Bisherige Versuche, den Fußball voranzubringen, sind allerdings nur mäßig erfolgreich. So hatte die Kommunistische Partei Fußball bereits 2014 zu einer Prestigefrage erklärt. Eine unter Führung des Pekinger Staatsrats gegründete Leitungsgruppe Fußball beschloss damals, Fußball-Unterricht ab 2015 ins neue Curriculum für Chinas Grund- und Mittelschulen aufzunehmen.

Null Punkte, null Tore

Staats- und Parteichef Xi Jinping hatte als großer Fußball-Fan hatte zuletzt verstärkt dafür geworben, den Fußball in China voranzubringen. Ziele sind die zweite Qualifikation für eine Weltmeisterschaft nach 2002 in Japan und Südkorea (null Tore, null Punkte), die Ausrichtung einer WM im eigenen Land und der Gewinn des WM-Titels. In der Qualifikation für die WM 2018 in Russland allerdings hat die Auswahl von Trainer Marcello Lippi kaum noch Chancen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Januar 2017 um 22:57 Uhr

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