Kinder und Eltern stehen in Peking zusammen in einer Gruppe. | dpa

Überalterung befürchtet China erlaubt das dritte Kind

Stand: 21.08.2021 11:58 Uhr

Angekündigt war es schon - nun dürfen die Menschen in China auch offiziell ein drittes Kind bekommen. Das Gesetz, das die erlaubte Größe von Familien vorgibt, wurde geändert. Hintergrund ist die drohende Überalterung im Land.

In China ist es Paaren nun erlaubt, drei Kinder zu haben. Das Parlament des Landes änderte entsprechend ein Gesetz, mit dem die regierende Kommunistische Partei (KP) ihren Einwohnern die erlaubte Größe von Familien vorgibt.

Der Schritt war bereits Ende Mai angekündigt worden. Hintergrund ist die Befürchtung der Partei, dass die Bevölkerung zu schnell altert. Der Beschluss war nur drei Wochen nach der Veröffentlichung der jüngsten Volkszählung gefallen, nach der die Bevölkerung Chinas in wenigen Jahren zu schrumpfen droht. Auch ein unerwartet massiver Rückgang der Geburtenrate bewog das Politbüro der KP zu der Entscheidung.

Als Gründe nannten Experten die jahrzehntelange Ein-Kind-Politik, die erst 2015 aufgehoben wurde. Die hohen Kosten für Wohnraum und Ausbildung in China sollen ebenso ein Rolle bei der Familienplanung spielen.

2015 Lockerung der Ein-Kind-Politik

Statistiken zufolge kamen im vergangenen Jahr in China zwölf Millionen Kinder zur Welt. Damit ging die Zahl um 18 Prozent im Vergleich zu 2019 zurück. 2020 machten Chinesen mit einem Alter von über 60 Jahren 18,7 Prozent der Bevölkerung aus. Der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ging von 70,1 Prozent vor zehn Jahren auf 63,3 Prozent zurück.

Ab den 1980er-Jahren hatte China den meisten Paaren eine Ein-Kind-Politik vorgeschrieben. Wer sich nicht daran hielt, musste mit Geldstrafen oder dem Verlust von Jobs rechnen. Es kam zu erzwungenen Abtreibungen. Weil Eltern lieber Söhne bekamen, wurden manchmal weibliche Babys getötet. 2015 wurde die Regel angesichts eines Rückgangs der Geburtenrate gelockert, dann konnten Paare zwei Kinder bekommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juni 2021 um 13:47 Uhr.