Zwei Chinesen mit Atemschutzmaske laufen bei strahlender Sonne an einer einem Einkaufscenter in Peking vorbei. | Bildquelle: AFP

Coronavirus in China Krankheitswelle überschattet Neujahr

Stand: 24.01.2020 07:26 Uhr

Heute Abend feiert China ins neue Jahr. Viele Feste wurden wegen des Coronavirus jedoch abgesagt. Für viele Chinesen fällt sogar die Reise zu Angehörigen aus - und dafür haben nicht alle Verständnis.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Heute ist bereits Feiertag in China, am Abend feiern die Chinesen ins neue Jahr. Aber dieses Frühlingsfest ist anders als sonst.

In mehreren Städten der Provinz Hubei haben die Behörden den öffentlichen Nah- und Fernverkehr praktisch stillgelegt. Auch Straßen bleiben gesperrt. Einschließlich der am meisten betroffenen Stadt Wuhan betrifft das einen Großraum rund 26 Millionen Menschen.

Leute, die über die Festtage zu ihrer Familie reisen wollten, hängen fest, wie diese Frau aus Wuhan: "Die Eltern meines Mannes sind sehr alt. Sie warten auf ihren Enkel, um mit ihm zusammen das Frühlingfest zu verbringen. Aber es geht nicht, wir können nichts machen."

"Kurzfristige Unannehmlichkeiten" für langfristige Sicherheit

Die Stadt Wuhan hat angekündigt, innerhalb von sechs Tagen ein Spezialkrankenhaus zu bauen, wie Peking es 2003 beim SARS-Virus gemacht hatte. Das Krankenhaus soll ausschließlich auf die Behandlung des neuartigen Coronavirus spezialisiert sein.

Wang Xiaodong, Gouverneur der Provinz Hubei, erklärte die Abriegelung von Wuhan und umliegender Städte für notwendig. Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Produkten sei weiter garantiert: "Was uns am meisten Sorgen macht, sind die Auswirkungen auf die Bewohner. Auch wenn wir versuchen, die Situation abzufedern, kommt es zu Schwierigkeiten. Aber wir nehmen die kurzfristigen Unannehmlichkeiten in Kauf, um langfristig Sicherheit zu erreichen. Wir erwarten von der Bevölkerung Verständnis und Unterstützung."

Aber Verständnis gibt es nicht von allen. In Chinas sozialen Netzwerken wie Weibo beschweren sich Nutzer über schlechte medizinische Versorgung und unverhältnismäßige Maßnahmen der Behörden.

Forscher tippen auf Schlange als Träger des Virus

Morgen beginnt in China das Jahr der weißen Metallratte. Das chinesische Neujahr markiert den Beginn eines neuen Tierkreiszeichens im traditionellen Kalender. Obwohl die Ratte für Ehrgeiz und Intelligenz steht, ist sie vielen Chinesen nicht geheuer. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Situation erst recht nicht, sagt Tierhändlerin Wang Na aus Peking: "Normalerweise denken Chinesen, die Ratte sei wild und trage eine große Menge Bakterien und Viren mit sich. Es sind Nagetiere, die Pest oder andere schwere Infektionskrankheiten verursachen könnten. Deshalb halten Chinesen auch keine Ratten zu Hause."

Für das Coronavirus ist aber offenbar nicht die Ratte, sondern die Schlange verantwortlich. In einer neuen Publikation gehen chinesische Wissenschaftler davon aus, dass das Virus von Schlangen auf Menschen übertragen wurde. Es breitete sich offenbar von einem Markt für Meeresfrüchte in Wuhan aus. Dort wurden neben Fischen auch Ratten, Füchse, Krokodile, Wolfswelpen und Schlangen verkauft.

Chinas Neujahrsfest von Ausbreitung des Coronavirus überschattet
tagesschau 08:25 Uhr, 25.01.2020

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Feierlichkeiten werden abgesagt

Um die weitere Ausbreitung einzudämmen, haben viele Städte in China ihre Neujahrsfeste abgesagt. Traditionelle Tempelmärkte finden nicht statt, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Der Kaiserpalast in Peking bleibt ab heute für Besucher geschlossen. Disneyland Shanghai bietet kostenlose Stornierungen für Eintrittskarten und Hotelbuchungen an und bleibt am Samstag geschlossen. Und auch der Start von mehreren Kinofilmen, die traditionell zum Frühlingsfest anlaufen, wurde abgesagt.

Überschattet vom Virus: Chinas Frühlingsfest
Axel Dorloff, ARD Peking
24.01.2020 06:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 24. Januar 2020 um 06:09 Uhr.

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