Bluttest Corona | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus Weitere Deutsche aus Wuhan ausgeflogen

Stand: 08.02.2020 23:28 Uhr

20 Deutsche sind an Bord einer britischen Chartermaschine aus Wuhan ausgeflogen worden. Die Bundesbürger und ihre Angehörigen seien auf dem Weg in die Heimat, teilte das Auswärtige Amt mit. In China steigt die Zahl der Infizierten.

Eine britische Chartermaschine mit Rückkehrern aus der vom Coronavirus betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan ist unterwegs nach Großbritannien. Das Flugzeug mit 200 Briten und weiteren Staatsbürgern an Bord habe um 3.20 Uhr Ortszeit in Wuhan abgehoben, teilte das Außenministerium in London mit. Es soll am Sonntagmorgen auf dem britischen Militärflughafen in der Nähe von Oxford landen.

Das Auswärtige Amt twitterte am Abend mit einem Dank an die britischen Behörden: "An Bord einer britischen Chartermaschine sind Deutsche und Familienangehörige aus Wuhan auf dem Weg in die Heimat." In England sollen die deutschen Rückkehrer in eine Maschine der Luftwaffe umsteigen, um weiter nach Berlin zu fliegen. Dort werden die etwa 20 deutschen Staatsbürger aus Wuhan am Nachmittag erwartet. Nach ihrer Ankunft werden sie für 14 Tage isoliert. "Berlin ist gut vorbereitet", erklärte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci. "Alle Abläufe stehen." Zunächst sollen die Bundesbürger auf das Coronavirus getestet werden. Mit einem Ergebnis sei am Montag zu rechnen.

Eine Maschine der deutschen Luftwaffe hatte bereits am vergangenen Wochenende 126 Menschen aus Wuhan in der Provinz Hubei ausgeflogen. Bei zwei Passagieren wurde das Virus diagnostiziert. Insgesamt gibt es in Deutschland inzwischen 14 bestätigte Ansteckungsfälle. 

Fünf Neuinfektionen in französischem Skigebiet

Frankreich meldete fünf Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach Regierungsangaben wurde der Erreger bei fünf britischen Staatsbürgern festgestellt. Sie hätten in den französischen Alpen in derselben Unterkunft übernachtet wie ein weiterer Brite, der aus Singapur angereist und bei dem die Erkrankung kurz zuvor festgestellt worden sei. Unter den neu Infizierten ist auch ein Kind, das - den Angaben zufolge - in den vergangenen Tagen in Frankreich zwei Schulen besuchte. Allen fünf gehe es den Umständen entsprechend gut, die Symptome seien nur schwach ausgeprägt, sagte der Generaldirektor der Gesundheitsbehörde Jérôme Salomon auf einer Pressekonferenz. Insgesamt gibt es in Frankreich nun elf Coronavirus-Fälle.

Fünf Coronavirus-Fälle in französischem Skigebiet
Marcel Wagner, ARD Paris
08.02.2020 19:08 Uhr

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Zahl der Infektionen in China steigt weiter

Die Zahl der Coronavirus-Fälle in China ist sprunghaft angestiegen. Binnen 24 Stunden starben in Chinas Provinz Hubai 81 Menschen an der Infektion. Das teilte die regionale Gesundheitskommission mit. Damit ist die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer in der Provinz auf mindestens 780 Menschen gestiegen. Innerhalb der letzten 24 Stunden wurden außerdem in Hubai 2147 weitere Ansteckungsfälle verzeichnet - inzwischen sind in China mehr als 35.000 Menschen infiziert.

Erste ausländische Opfer

Bestätigt wurden die ersten ausländischen Opfer in China. Es handelt sich demnach um einen 60-jährigen US-Bürger sowie um einen Japaner. Beide starben in Wuhan an den Folgen der Erkrankung.

Die medizinische Versorgung in der am stärksten betroffenen chinesischen Provinz Hubei hat sich nach offiziellen Angaben etwas verbessert. Die größten Hersteller von Schutzkleidung und Masken hätten ihre Arbeit wieder aufgenommen, sagt Vize-Gouverneur Cao Guangjing. Es gebe jedoch weiter Engpässe.

Ermittlungen nach Tod eines chinesischen Arztes

Chinas staatliche Aufsichtskommission hat ein Ermittlerteam nach Wuhan entsandt, um den Tod des Arztes Li Wenliang zu untersuchen. Li hatte frühzeitig vor dem Ausbruch des neuartigen Virus gewarnt, wurde kurz darauf aber von der Polizei verwarnt und durfte zunächst nichts mehr darüber verbreiten. Später wurde bekannt, dass er selbst infiziert war. Inzwischen ist Li an der Lungenkrankheit gestorben.

Der Tod des 34-jährigen Augenarztes löste große Anteilnahme aus: Sein Schicksal symbolisiert für viele Chinesen die Folgen der Vertuschung und langsamen Reaktion der Behörden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Februar 2020 um 01:20 Uhr.

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