Menschen werden in Zhangye, China, auf das Coronavirus getestet. | AFP

Chinas Null-Covid-Strategie Ein "perfektes System"?

Stand: 29.11.2021 14:21 Uhr

Während sich die neue Corona-Variante Omikron weltweit verbreitet, sind in China noch keine Infektionsfälle mit der Mutation bekannt. Das Land sieht sich in seiner restriktiven Null-Covid-Strategie bestätigt.

Von Benjamin Eyssel, ARD-Studio Peking

Nach den weltweiten Ausbrüchen des Corona-Virus in der neuen Omikron-Variante sieht sich die chinesische Regierung in ihrem strikten Null-Covid-Kurs bestätigt. Die Propaganda-Zeitung "Global Times" schreibt, die Volksrepublik sei ein unbesiegbares Bollwerk gegen das Virus. Bei der dynamischen Null-Covid-Strategie handle es sich um ein perfektes System, so die Zeitung weiter. Außerdem würde die Gesellschaft bereitwillig mitmachen.

Benjamin Eyssel ARD-Studio Peking

Allerdings haben die Menschen in dem von der kommunistischen Partei autoritär regierten Land auch keine andere Wahl. Denn seit dem Ausbruch Ende 2019, Anfang 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan, ist die Staats- und Parteiführung im Ursprungsland des Coronavirus hart gegen die Pandemie vorgegangen. Immer wieder gibt es lokale Ausbrüche, häufig nur wenige Fälle am Tag. Mehr als insgesamt 100 Fälle sind es selten.

Strikte Maßnahmen der Regierung

Wenn es zu solchen Ausbrüchen kommt, gibt es strikte Lockdowns, Ausgangsperren, Reisebeschränkungen, Kontaktnachverfolgungen und Massentests. Die Einreisen nach China sind seit über anderthalb Jahren auf ein Minimum begrenzt. Wer einreisen darf, muss in mehrwöchige Hotelquarantäne.

"Die neue Omikron-Variante ist gerade erst entdeckt worden und verbreitet sich verhältnismäßig schnell", sagte Chinas Chef-Epidemiologe Zhong Nanshan im chinesischen Staatsfernsehen. "Es ist allerdings noch zu früh, um zu sagen wie gefährlich und ansteckend die Variante ist, ob sie zu ernsthafteren Symptomen führt und ob man die Impfstoffe anpassen muss. Das wird man erst mit der Zeit herausfinden."

China impft viel und schnell. Kleinkinder ab drei Jahren können eine chinesische Covid-Impfung bekommen. Nach offiziellen Angaben sind in der Volksrepublik insgesamt fast zweieinhalb Milliarden Dosen verimpft worden – bei einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen.

Bisher keine Fälle in Festlandchina

Wie gut die chinesischen Corona-Impfstoffe aber beispielsweise gegen Varianten wie Delta oder jetzt Omikron wirken, ist weitgehend unklar. Ausländische Impfstoffe werden nicht anerkannt.

Während in Festlandchina noch keine Omikron-Fälle bekannt geworden sind, hat die chinesische Sonderverwaltungsregion Hongkong inzwischen drei Fälle gemeldet. Beim ersten Fall handelt es sich offenbar um einen Mann, der aus Südafrika eingereist ist. Er soll eine weitere Person in seinem Quarantäne-Hotel angesteckt haben. Bei einem heute gemeldeten Omikron-Fall, handelt es sich um einen Mann, der aus Nigeria nach Hongkong eingereist ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2021 um 12:26 Uhr.