Zeitung mit Xi-Porträt neben einer Maus | Bildquelle: REUTERS

Weltinternetkonferenz in China Werbung für Onlinezensur

Stand: 04.12.2017 11:44 Uhr

Im chinesischen Wuzhen hat die sogenannte Weltinternetkonferenz begonnen. Das Treffen ist eine Werbeveranstaltung für Chinas systematische Onlinezensur. Aufsehen erregte die Teilnahme von Apple-Chef Tim Cook.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Zum Auftakt der sogenannten Weltinternetkonferenz verteidigte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping die scharfe Internetkontrolle in seinem Land. In einer zugeschalteten Videonachricht an die Konferenzteilnehmer forderte Xi das Ausland auf, die chinesische "Cyber-Souveränität" zu respektieren.

Bei der Internetkonferenz in Wuzhen dabei sind neben Experten und Internet-Unternehmern aus China auch hochrangige Vertreter ausländischer Konzerne: Apple-Chef Tim Cook zum Beispiel. Auch Facebook-Vizepräsident Vaughan Smith und Google-Chef Sundar Pichai sind nach Wuzhen gereist und das, obwohl die Webseiten und Dienste beider Firmen gesperrt sind in China.

Apple-Chef Tim Cook auf der Internetkonferenz | Bildquelle: REUTERS
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Der Auftritt von Apple-Chef Tim Cook sorgte für Ärger.

Apple, Google und Facebook in der Kritik

Menschenrechtsaktivisten kritisierten den Auftritt westlicher Konzerne bei der Konferenz in China als Einknicken vor der systematischen chinesischen Zensur. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" sagte, der Auftritt der Spitzenmanager von Apple, Facebook und Google zeige, dass diese entweder zynisch seien oder naiv. Kaum ein anderes Land beschränkt Onlineangebote so sehr wie China. Sowohl aus inhaltlichen als auch aus wirtschaftlichen Gründen, um heimische Anbieter zu bevorzugen.

Chinas Internet entwickelt sich zunehmend zu einem Intranet. Neben der Komplett-Sperre bestimmter Webseiten und Apps wird es auch grundsätzlich immer schwieriger, von China aus ausländische Seiten zu öffnen. Deutsche Firmen empfinden das laut einer vor kurzem veröffentlichen Studie der Auslands-Handelskammer als zunehmend geschäftsschädigend.

China: Internetkonferenz als Werbung für Online-Zensur
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
04.12.2017 13:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Dezember 2017 um 11:41 Uhr.

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