Ausschreitungen in Santiago de Chile | Bildquelle: AFP

Verletzte und Festnahmen Erneut Ausschreitungen in Chile

Stand: 03.03.2020 20:10 Uhr

In Chile ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen regierungskritischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Mehr als 70 Polizisten wurden verletzt. Es gab fast 300 Festnahmen.

Bei regierungskritischen Protesten sind in Chile nach amtlichen Angaben Dutzende Polizisten verletzt worden. In der Nacht zum Dienstag kam es in der Hauptstadt Santiago de Chile zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Innenminister Gonzalo Blumel verurteilte die Gewalt und sprach von mehr als 70 verletzten Polizeibeamten sowie mehr als 280 Festnahmen. "Das sind Gewaltakte, die nichts mit sozialen Forderungen zu tun haben", kritisierte er.

Mehrere tausend Menschen hatten sich am Montagnachmittag auf der Plaza Italia zu einer Kundgebung versammelt. Bei Einbruch der Dunkelheit stießen vermummte Demonstranten nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP mit der Bereitschaftspolizei zusammen und griffen diese mit Steinen und Wurfgeschossen an. An anderen Orten in der Stadt bauten die Protestierenden demnach Barrikaden auf und setzten diese in Brand. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

Tote und Tausende Verletzte

Seit Beginn der Proteste Mitte Oktober kamen etwa 30 Menschen bei den Auseinandersetzungen ums Leben. Tausende wurden verletzt und Zehntausende zeitweise festgenommen.

Die Proteste hatten sich zunächst gegen eine Erhöhung der Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr gerichtet. Die Demonstranten kritisieren aber auch niedrige Löhne, hohe Kosten für Bildung und Gesundheit sowie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in dem südamerikanischen Land. Zwischenzeitlich hatten die Proteste nachgelassen, zuletzt waren sie aber wieder aufgeflammt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. März 2020 um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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