Proteste in Chile | Bildquelle: ALBERTO VALDES/EPA-EFE/REX

Kritik an Regierung Wieder protestieren Zehntausende Chilenen

Stand: 09.11.2019 04:06 Uhr

Während rund 75.000 Menschen größtenteils friedlich in der chilenischen Hauptstadt Santiago gegen die Regierung protestierten, steckten Krawallmacher unter anderem ein Universitätsgebäude in Brand.

Rund 75.000 Menschen haben in der chilenischen Hauptstadt Santiago gegen die soziale Ungleichheit und die hohen Kosten für Transport, Gesundheit und Bildung protestiert. Sie zogen größtenteils friedlich zur Plaza Italia im Zentrum der Metropole.

Laut einem Bericht der Zeitung "La Tercera" war es die zweitgrößte Demonstration bei den seit Wochen andauernden Protesten. Vermummte stürmten unterdessen ein historisches Gebäude der Universität Pedro de Valdivia und steckten es in Brand. Daneben plünderten gewalttätige Demonstranten eine Kirche und errichteten Barrikaden aus dem Mobiliar.

Einige Demonstranten stießen bei den Protesten in Santiago mit Sicherheitskräften zusammen. | Bildquelle: REUTERS
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Einige Demonstranten stießen bei den Protesten in Santiago mit Sicherheitskräften zusammen.

Teure Bildung und Gesundheitsversorgung kritisiert

Lange galt Chile als Hort der Stabilität in Südamerika. Allerdings gibt es im reichsten Land der Region hohe Einkommensunterschiede. Vor allem Bildung und Gesundheitsversorgung sind sehr teuer. Die heftigen Proteste entzündeten sich letztendlich an einer geringfügigen Erhöhung der Metro-Preise.

Viele der Demonstranten fordern nun aber auch eine Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftsmodell und eine grundlegende Reform der Verfassung, die noch aus der Zeit der Militärdiktatur von Augusto Pinochet stammt. Wegen der massiven Proteste sagte die Regierung den Asien-Pazifik-Gipfel und die Weltklimakonferenz ab.

Große Kundgebung endet wieder in Vandalismus
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
09.11.2019 08:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. November 2019 um 04:55 Uhr.

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