Studentenproteste in Santiago

Großdemonstration in Chile Studentenproteste enden mit Gewalt

Stand: 22.08.2014 05:29 Uhr

Bei Protesten für eine Bildungsreform in der chilenischen Hauptstadt Santiago ist es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen.

Dutzende vermummte Protestler beschädigten am Rande der bis dahin friedlichen Kundgebung Ampeln und Schilder und setzten in Müllcontainer in Brand. Polizisten wurden mit Stöcken und Steinen beworfen.

Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Im Zentrum der Hauptstadt kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen. Über Verletzte oder Festnahmen gab es keine Angaben.

Studentenproteste in Santiago
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Einige Teilnehmer warfen Steine und Stöcke. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern und Tränengas.

Mindestens 25.000 Teilnehmer

Laut Angaben der Veranstalter kamen 80.000 Teilnehmer zu der Demonstration. Das Innenministerium sprach von 25.000 Menschen. In dem südamerikanischen Land ist es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Demonstrationen von Studenten und Lehrern gekommen.

Bei den Protesten in Santiago machten die Teilnehmer ihrem Unmut über die schleppende Umsetzung einer Bildungsreform Luft. Präsidentin Michelle Bachelet hatte nach ihrer Wahl im Dezember 2013 tiefgreifende Veränderungen versprochen.

Die Studenten beklagen vor allem, dass die öffentlichen Schulen schlecht und die privaten Universitäten zu teuer sind. Im Reformprozess beklagen sie mangelnde Mitsprache.

Im Mai hatte Präsidentin Bachelet einen Gesetzentwurf in das Parlament eingebracht, der unter anderem ein kostenloses Studium vorsieht.

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