Migranten nach dem Grenzübertritt in Ceuta | Bildquelle: REUTERS

Spanische Exklave 200 Migranten stürmen Grenze nach Ceuta

Stand: 07.08.2017 15:18 Uhr

Die Wachleute wurden am frühen Morgen überrascht: Fast 200 Migranten aus Afrika haben einen Grenzposten zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta überrannt. Die Polizei spricht von einem ungewöhnlichen Vorfall.

Knapp 200 Migranten haben die befestigte Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta gestürmt. Sie hätten am Morgen um fünf Uhr einen Grenzposten überrannt und seien auf spanisches Territorium vorgedrungen, teilten die Behörden von Ceuta mit. Insgesamt hätten 187 Menschen die Grenze übertreten. Das Rote Kreuz sprach auf Twitter von 186 Menschen, vier seien verletzt worden und müssten behandelt werden.

Ein Polizeisprecher wertete den Vorfall als ungewöhnlich: Zwar kletterten regelmäßig größere Gruppen von Migranten über den Grenzzaun, sagte er. Erst Anfang August war es 67 Afrikanern gelungen, so die EU zu erreichen. Dass die Flüchtlinge aber einen mit Sicherheitskräften bemannten Grenzposten stürmten und überrannten, sei schon lange nicht mehr vorgekommen.

Einzige Landgrenze zwischen Nordafrika und der EU

In Ceuta wurden die Migranten in ein Aufnahmezentrum weitergeleitet, wo sie Asylanträge für Spanien stellen können. Fernsehbilder zeigten, dass viele von ihnen den gelungenen Grenzübertritt feierten: Sie warfen ihre Arme jubelnd nach oben, ein Mann kniete auf spanischem Boden nieder.

Ceuta ist von einem sechs Meter hohen Grenzzaun umgeben. Die Stadt liegt auf dem nordafrikanischen Festland, gehört aber zu Spanien - so wie auch die zweite Nordafrika-Exklave Melilla. Die beiden Kommunen werden von der einzigen Landgrenze zwischen der EU und Nordafrika gesäumt. In der Nähe der Gebiete harren Zehntausende Afrikaner sowie mittlerweile auch Syrer aus, die auf eine Chance hoffen, in die EU zu gelangen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. August 2017 um 16:00 Uhr.

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