NASA-Illustration der Cassini-Sonde | Bildquelle: AFP

NASA-Sonde "Cassini" Leben auf dem eisigen Saturn-Mond?

Stand: 14.04.2017 09:46 Uhr

Seit 13 Jahren umkreist die NASA-Sonde "Cassini" den unwirtlichen Saturn-Mond Enceladus - jetzt hat sie eine "Nahrungsquelle für Leben" gefunden. Gemeint sind Hinweise, dass dort Energie entsteht.

Auch auf dem eisigen Saturn-Mond Enceladus gibt es offenbar Voraussetzungen für Leben: Die NASA-Raumsonde "Cassini" entdeckte laut einer Studie Wasserstoff-Moleküle, die aus Rissen in der Oberfläche des Mondes kamen. Laut den Wissenschaftlern ist dies ein Hinweis auf die Erzeugung von Energie - eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben.

Enceladus hat eine dicke Eisschicht, unter der nach früheren Erkenntnissen vermutlich ein großer Ozean liegt. Die einzige Erklärung für die Entstehung des Wasserstoffs seien hydrothermische chemische Reaktionen zwischen dem felsigen Kern und dem unter der Eisschicht liegenden Ozean, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht wurde.

Auf der Erde sind derartige Reaktionen bekannt: Sie kommen in Rissen am Boden von Tiefseegebieten mit vulkanischer Aktivität vor. Durch frei werdende Energie entstehen in diesen Ökosystemen auch ohne die Einwirkung von Sonnenstrahlen Mikroorganismen.

"Süßwarengeschäft für Mikroben"

"Auch wenn wir kein Leben entdeckt haben, so haben wir eine Nahrungsquelle für Leben gefunden", sagte der an der Studie beteiligte Forscher Hunter Waite vom Southwest Research Institute in San Antonio im US-Bundesstaat Texas. "Das ist in etwa so wie ein Süßwarengeschäft für Mikroben".

"Cassini" entdeckte die Wasserstoffmoleküle bereits im Oktober 2015, als sie sich bis auf rund 50 Kilometer der Oberfläche von Enceladus näherte. Mit Hilfe eines Spektrometers bestimmte die Sonde die Zusammensetzung von aus den Rissen strömenden Dampfwolken: Sie bestehen zu 98 Prozent aus Wasser, zu einem Prozent aus Wasserstoff sowie aus Ammoniak, Kohlendioxid und Methan.

"Cassini" umkreist seit dem Jahr 2004 den Saturn und liefert Erkenntnisse über den zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. April 2017 um 19:07 Uhr

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