Hilfslieferung in einem Flüchtlingslager in Syrien | Bildquelle: AFP

Zahlen von Care International Syrien gefährlichstes Land für Helfer

Stand: 17.08.2020 12:15 Uhr

Vor dem Welttag der humanitären Hilfe hat die Organisation Care Zahlen vorgelegt: Syrien ist demnach weiterhin das gefährlichste Einsatzgebiet. Dort starben seit Jahresbeginn 20 Helfer. Weltweit sind es bereits 74.

Seit Jahresbeginn haben 74 humanitäre Helfer ihr Leben im Einsatz verloren. Das zeigt eine Analyse der Hilfsorganisation Care zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August.

Das vierte Jahr in Folge führt Syrien die Liste der gefährlichsten Länder für humanitäre Helfer an - allein 20 der Getöteten kamen demnach bei Einsätzen in Syrien ums Leben. Dahinter folgt der Südsudan, wo 14 Helfer starben. Bei Einsätzen in Somalia starben demnach elf Menschen, acht kamen im Niger ums Leben sowie sieben humanitäre Helfer in Nigeria.

In diesem Jahr wurden weltweit bisher 109 Angriffe auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen gemeldet, mit 203 Betroffenen in 18 Ländern.

Meiste Angriffe im Südsudan

Während aus Syrien die meisten Todesfälle gemeldet werden, kommt es im Südsudan am häufigsten zu Angriffen auf humanitäre Helfer. "Im Südsudan Hilfe zu leisten ist gefährlich, das war es schon immer", erklärte Pamela Orgeldinger, Abteilungsleiterin Internationale Programme bei Care Deutschland.

Eine Mitarbeiterin einer NGO hilft einem Kind in Syrien beim Anziehen seines neuen Hemds | Bildquelle: AFP
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Eine Mitarbeiterin einer NGO hilft Kindern in einem Flüchtlingslager in Syrien.

Kriminalität, Schikanen und andere Bedrohungen erschwerten die humanitäre Arbeit vor Ort. "Hilfsorganisationen sollten nicht zwischen überlebenswichtiger Hilfe und der Sicherheit ihrer Mitarbeiter entscheiden müssen", so Orgeldinger. "Als humanitäre Helfer sind wir bereit, uns der Coronavirus-Pandemie und anderen Gefahren zu stellen, aber nicht vorsätzlichen und gewalttätigen Angriffen." Am häufigsten betroffen von Übergriffen seien lokale humanitäre Helfer.

Caritas: Zahlen verdreifacht

Caritas International weist zum Welttag der humanitären Hilfe darauf hin, dass sich die Zahl der jährlich getöteten Helfer seit den 1990er-Jahren verdreifacht habe. Mitarbeiter humanitärer Organisationen müssten immer öfter hohe Risiken eingehen, um notleidenden Menschen zu helfen.

Den Einsatz der Helfer könne man insbesondere in der Corona-Pandemie nicht hoch genug bewerten, so Oliver Müller, Leiter von Caritas international. "Neben Gefahren wie kriegerischen Auseinandersetzungen trotzen sie in der Nothilfe oder der medizinischen und psychologischen Betreuung von Notleidenden nun auch noch der Gefährdung durch die Pandemie."

Der Welttag der humanitären Hilfe wird seit 2009 jedes Jahr am 19. August begangen. An diesem Tag wird der humanitären Helfer gedacht, die weltweit im Einsatz für Menschen in Not ihr Leben ließen.

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