Flüchtlinge verlassen das Lager in Calais | Bildquelle: AP

Räumung des Flüchtlingslagers in Calais "Heute ist das Ende des Dschungels"

Stand: 18.01.2018 22:23 Uhr

Am Ende ging es ganz schnell. Wegen starker Brände haben die letzten Bewohner den "Dschungel" von Calais verlassen. Vor zwei Tagen hatten die Behörden begonnen, das Camp zu räumen. Ursprünglich hatte die Regierung eine Woche veranschlagt.

Die letzten Bewohner haben das berüchtigte Flüchtlingslager in Calais wegen starker Brände verlassen. "Das Lager ist endgültig leer", sagte die Präfektin des Départements Pas-de-Calais, Fabienne Buccio, dem französischen Nachrichtensender BFMTV.

Brände beschleunigen Räumung des Flüchtlingscamps bei Calais
tagesschau 20:00 Uhr

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Bis zum Abend wollen die französischen Behörden alle Bewohner aus dem "Dschungel" gebracht haben. "Heute ist das Ende des Dschungels", sagte Buccio. Am Montag war mit der Räumung begonnen worden. Etwa 5000 Flüchtlinge seien bereits registriert und in sichere Unterkünfte gebracht worden, sagte Buccio. Rund 1000 Menschen warteten noch vor dem Transitzentrum unweit des Lagers. Ursprünglich sollte die Räumung eine Woche lang dauern.

Alle Bewohner haben sich freiwillig registrieren lassen

Alle Bewohner seien freiwillig zu dem Transitzentrum gekommen, sagte Buccio. Von dort aus werden die Menschen mit Bussen in Aufnahmezentren in ganz Frankreich gebracht. Vor der Räumung hatte der größte Slum Frankreichs nach Behördenangaben rund 6500 Bewohner.

In der Nacht wüteten zum zweiten Mal in Folge heftige Brände im "Dschungel". Hütten und Zelte standen in Flammen. Die Hauptgasse durch das Lager stand in Flammen. Feuerwehrleute versuchten, einen Großbrand zu verhindern. Gasflaschen explodierten in der Hitze. Auch ein Lastwagen einer Hilfsorganisation brannte. Ein Sprecher der regionalen Behörden, Steve Barbet, sagte, ein Bewohner sei ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Vier afghanische Flüchtlinge wurden wegen Brandstiftung und versuchter Brandstiftung festgenommen, wie die Behörden mitteilten. Nach den Worten von Präfektin Buccio hat es "Tradition", dass manche Flüchtlinge ihre Unterkünfte vor dem Aufbruch zerstören.

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