Steine werfende Flüchtlinge im Lager von Calais | Bildquelle: dpa

Vor Räumung des Flüchtlingslagers Krawalle im "Dschungel von Calais"

Stand: 18.01.2018 22:20 Uhr

Von morgen an will die Polizei das als "Dschungel von Calais" bekannte Flüchtlingslager räumen. Viele der offiziell 7000 Migranten könnten sich weigern, das Lager zu verlassen. In der Nacht gab es Auseinandersetzungen zwischen Steinewerfern und Polizisten.

Einen Tag vor der geplanten Räumung des Flüchtlingslagers im nordfranzösischen Calais ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern des Lagers und der Polizei gekommen. Verschiedene Medien berichteten, dass aus einer Gruppe von etwa 50 Menschen heraus Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen wurden. Die Polizisten setzten ihrerseits Tränengas ein. Beides ist auf Fotos aus dem Flüchtlingslager deutlich zu erkennen.

Die französische Regierung will am Montag um 8 Uhr mit der Räumung des umstrittenen Lagers beginnen, das als "Dschungel von Calais" bekannt ist. Die Migranten sollen mit Bussen in Aufnahmezentren im ganzen Land gebracht werden. Die Behörden schätzen, dass in dem Lager 6500 bis 7000 Menschen ausharren - Hilfsorganisationen gehen von einer Zahl nahe 10.000 aus.

Viele Migranten könnten sich der Räumung verweigern

Die meisten Flüchtlinge, die sich in dem Lager aufhalten, suchen einen Weg, um nach Großbritannien zu gelangen. Das Lager liegt in der Nähe des Eingangs zum Eurotunnel, der unter dem Ärmelkanal hindurchführt und Frankreich mit Großbritannien verbindet. Immer wieder versuchten Flüchtlinge, sich auf einem der Züge zu verstecken, die durch den Eurotunnel fahren.

Schätzungen zufolge könnten sich bis zu 2000 Flüchtlinge weigern, das Lager zu verlassen, weil sie dadurch ihr Ziel gefährdet sehen, nach Großbritannien zu gelangen. Die Polizei erklärte im Vorfeld der Räumung, auf Gewalt verzichten zu wollen. Sollten sich Migranten weigern, das Lager zu verlassen, müssten die Sicherheitskräfte aber eingreifen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Oktober 2016 um 09:00 Uhr.

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